Sonntag, März 4

[Rezension] Neanderthal von Jens Lubbadeh

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Taschenbuch: 528 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungstermin: 13. November 2017
ISBN-10: 3453318250



Waren sie die besseren Menschen?

Deutschland in der Zukunft. Krankheiten, Schönheitsfehler und Suchtprobleme sind abgeschafft, Gesundheit ist das höchste Ideal. Eine Welt, in der sich Kommissar Philipp Nix nur schwer zurecht findet. Als er eines Tages auf eine seltsam aussehende Leiche stößt, führt ihn das zu einem grausigen Massengrab in einem Tal bei Düsseldorf. Sind es Neandertaler? Aber warum sind die Überreste nur dreißig Jahre alt? Nix' Ermittlungen enthüllen einen Skandal, der die Gesellschaft der Zukunft in ihren Grundfesten erschüttert
Jens Lubbadeh hat während seiner Diplomarbeit ein Jahr lang tapfer Elektroden in Fliegenhirne gestochen. Ziemlich bald merkte er, dass er lieber über spannende Experimente schrieb, als sie selbst zu machen. Er ist Journalist und arbeitet für viele verschiedene Wissenschafts- und Technik-Magazine. 2013 gewann er für seine Arbeit den Herbert Quandt Medien-Preis. Bei seinen Recherchen kommen ihm die Ideen für seine Romane. Jens Lubbadeh lebt in Hamburg.


Auf diesem schwarzen Untergrund wirkt die Schrift in Petrol fast wie eine Leuchtreklame und zog meinen Blick direkt auf sich. Dazu der obere Teil eines Schädels, der in selber Farbe hinter dem mittig angeordnetem Titel und Autorennamen zu sehen ist. Macht neugierig, ein Eyecatcher und

Da mich Cover und Klappentext absolut gecatcht haben, musste ich Neanderthal auch direkt lesen.
Der Gedanke an eine Gesellschaft, in der Gesundheit das Maß aller Dinge ist, Makel abgeschafft wurden und Krankheiten nicht mehr zu existieren scheinen löst in mir direkt viele Gedanken aus. Wenn nun in diese Grundhandlung noch ein spannender Thriller eingebaut ist, trifft es genau meinen Geschmack.

Lubbadeh hat mich dann auch an einigen Punkten überrascht.

Erwartet hatte ich eine spannungsgeladene Geschichte, die man mit offenem Mund lesen möchte im Stil von Dan Brown´s Sakrileg. Das dies so gar nicht eintreffen würde und mir eben dies auch noch gefallen könnte hatte ich Anfangs nicht gedacht.

Neanderthal kommt wesentlich wissenschaftlicher daher, hat einen recht komplexen Storyaufbau, der gespickt mit Intrigen, Manipulationen und sich überschlagenden Ereignissen, die unterm Strich doch noch für ein gewisses Spannungsgefühl sorgen.

Ein weiterer unerwarteter Twist kam, als der Focus auf eine andere Person gelegt wurde und sich somit die Möglichkeit eines völlig anderen Endes ergibt. Das bringt noch einmal richtig Würze ins Geschehen und hat mir an der Stelle sehr gut gefallen.

Natürlich kann nicht jeder Charakter, der vorkommt bis ins Kleinste ausgearbeitet sein, doch die Hauptpersonen sind gut gezeichnet und hinterlassen einen tiefen Eindruck.

Der Schreibstil ist gut, streckenweise zwar etwas trocken, wenn es sehr wissenschaftlich wird aber dies ist verkraftbar. Vielleicht wäre es besser zu lesen gewesen, wenn hier ein wenig gerafft worden wäre.

Insgesamt ist Neanderthal intelligent, wirkt gut recherchiert und macht aufgrund seiner dystopischen, dennoch nahbaren Note absolut Spaß.

Für mich ein außergewöhnlicher Mix aus Thriller und Dystopie, sehr gut recherchiert und bis auf einen kleinen Kritikpunkt ein richtiges Leseerlebnis.


1 Kommentar:

  1. Huhu :D
    DAs Buch hatte ich mir auch mal angeschaut! :D Von der Thematik her echt interessant, aber ich glaube fast, dass es mir an einigen Stellen zu wissenschaftlich wäre!

    Dennoch tolle Rezension! :D

    Liebe Grüße
    Jessi

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