Freitag, Februar 2

[Rezension] Die Oleanderfrauen von Teresa Simon

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Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungstermin: 9. Januar 2018
ISBN-10: 3453421159


Was, wenn die Liebe alle Schranken durchbricht?

Hamburg 1936. Die junge Sophie Terhoven, Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons, genießt ihr komfortables Leben. Hannes Kröger, der Sohn der Köchin, ist ihr von Kindheit an Freund und Vertrauter. Irgendwann verändern sich ihre Gefühle füreinander, und plötzlich wird ihnen klar, dass sie sich ineinander verliebt haben. Doch Reich und Arm gehören nicht zusammen, und ein dunkles Geheimnis ihrer Eltern, von dem sie bisher nichts wussten, scheint ihre Liebe unmöglich zu machen.

Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, und lässt sich immer wieder von stimmungsvollen historischen Schauplätzen inspirieren.


Ein schönes, sommerliches Cover ziert „Die Oleander Frauen“. Im Hintergrund eine Villa, davor ein prunkvoller Garten und im Focus des Bildes eine Frau in sommerlichem Kleid, die mit dem Rücken zum Betrachter steht.

Wenn man beim Lesen dieses Buches noch eine Tasse wohl riechenden Kaffee trinkt, fühlt man sich direkt in die Geschichte katapultiert.
In „Die Oleander Frauen“ wird der Leser auf zwei Handlungsstränge mitgenommen:
Zum einen lernt man Johanna kennen, die, berührt von Jules Bemühungen ihr Café weiter betreiben zu können eben jene beauftragt die alten Tagebücher von Sophie aufzuarbeiten. Der zweite Handlungsstrang dreht sich um Sophie, die Tochter des Hamburger Kaffeebarons, die sich in den falschen Mann verliebt hat.

Jeder einzelne Charakter ist dabei glaubhaft und sehr detailliert aufgebaut und bringt eigenen Charme mit.
So ist Jule eine sehr ehrgeizige junge Frau, die auf kreativem Weg versucht sich ihren Traum zu verwirklichen bzw. ihn am Leben zu erhalten. Sie scheut sich nicht vor Arbeit und hat sich mit ihrer herzlichen Art schnell in mein Herz geschlichen.
Aber auch Sophies Geschichte hat mich sehr berührt. Auch sie kämpft für das, was bzw. wen sie liebt und zeigt wahre Charakterstärke.
Man ist hier umgeben von sympathischen und starken Frauen, die ohne mit zu viel Klischee behaftet zu sein ihren Weg gehen.

Doch so locker leicht, wie sich das alles vielleicht anhört ist „Die Oleanderfrauen“ nicht. Die Autorin thematisiert den Zweiten Weltkrieg und damit einhergehende Hungersnot, Bombardierungen und auch den Umgang mit Juden.

Mir hat der Schreibstil der Autorin sehr gefallen. Sie hat es geschafft Atmosphäre einzufangen und zu transportieren. Egal ob es sich nun um den Geruch einer bestimmten Kaffeesorte und Gefühle geht oder ob es sich um den Schrecken des Krieges handelt, man ist mitten drin und empfindet stark mit.
Zudem ist das Buch sehr angenehm geschrieben. Ohne Verständnisprobleme liest man sich sehr schnell voran und möchte es schon nach kurzer Zeit nicht mehr aus der Hand legen.

Wortgewandt und atmosphärisch erzählt die Autorin eine Geschichte auf zwei Zeitebenen, die gekonnt miteinander verwoben wurden und seine Leser auf eine emotionale Reise in die Vergangenheit mitnimmt.


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