Dienstag, September 26

[Rezension] Die Stadt des Unsterblichen von Stella Gemmell

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Taschenbuch: 768 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag
Erscheinungstermin: 21. August 2017
ISBN-10: 3734160219



Der Kaiser ist tot – lang lebe die Kaiserin!

Nach dem Ende des Krieges gegen die Blauhäute können die Einwohner der Kaiserstadt Cité endlich auf eine Ära voller Frieden und Freiheit hoffen. Doch die frisch gekrönte Kaiserin Archange, die nun auf dem Thron sitzt, kennt keine Gnade mit ihrem Volk und versucht erbittert, all ihre Gegner ausfindig zu machen. Als die Stadt erneut angegriffen wird, kehrt die Angst zurück und die blutige Schlacht geht weiter. Denn der Anführer der Belagerer hat hunderte Jahre auf seine Rache gewartet und will alle Bewohner der Cité endgültig auslöschen.

Stella Gemmell hält Abschlüsse in Politikwissenschaften und Journalismus. Sie ist die Witwe des international sehr erfolgreichen Fantasyautors David Gemmell. Gemeinsam arbeiteten sie an der Troja-Trilogie, deren letzten Band die Autorin nach David Gemmells Tod im Jahre 2006 zu Ende schrieb. Stella Gemmell lebt und arbeitet in einem alten Pfarrhaus in East Sussex.



Beim Betrachten des eisigen Covers bekommt man richtiges Wintergefühl. Ein Reiter mit Flagge und rotem Umhang steht vor den Mauern einer Stadt. Bis auf Flagge und Umhang ist das komplette Cover in kühlen Tönen gehalten, denn sowohl die Stadt als auch der Untergrund sehen Schnee- und Eisbedeckt aus. Die Schrift des Titels spiegelt sich ein wenig im Boden, was den Effekt der spiegelglatten, kalten Oberfläche hier nur verstärkt.

Gleich vorweg kann ich sagen, das ich mich bei der Bewertung des Buches sehr schwer getan habe. Es gab einiges, was ich wirklich gut gelungen fand und dann wiederum anderes, was mir fast die Lust aufs weiterlesen zerschlagen hätte. So treffe ich mich in der Mitte von „absolut genial“ und „fürchterlich“.

Man startet direkt im Geschehen eines Krieges ins Buch. An sich mag ich es ohne großes Vorgeplänkel direkt drin zu sein, jedoch hätte mir hier ein wenig mehr Input gut gefallen, um ein wirkliches Bild vor Augen zu haben und die Situation gut einschätzen zu können.
Dem Schauplatz wird im Gegensatz zum eigentlichen Kampf wenig Aufmerksamkeit geschenkt, so das man von der Umgebung so kaum eine Vorstellung bekommt.
Auch im Verlauf des Buches kommt es zu Kampfszenen, die durch ihre detaillierte Darstellung viel Raum einnehmen. Man muss schon eine Vorliebe dafür haben, um hier wirklich schätzen zu können, was Gemmell hier zu Papier gebracht hat.

Charaktere bekommen diesen Luxus ehr weniger zugeteilt. Es gibt viele Charaktere, von denen zwar im Laufe des Buches die Hauptcharaktere ein wenig Dimension erhalten, Nebencharaktere bleiben hingegen nahezu komplett blass. Nicht selten erscheinen sie genauso schnell, wie sie auch wieder verschwunden sind.

Wo ich nach ca 150 Seiten das Gefühl hatte, langsam der Handlung folgen zu können war ich kurz darauf schon wieder verwirrt. Die Autorin springt zwischen Handlungen und Charakteren, meist ohne Einführung und schaffte bei mir an einigen Stellen Frust. Verschiedene Handlungen werden parallel geführt und ergeben zumindest im ersten Moment keinen roten Faden.

Zum Ende bündelt sich vieles allerdings wieder. Handlungsstränge laufen zusammen und die Geschichte lies mich letzten Endes doch zufrieden zurück.
„Die Stadt des Unsterblichen“ ist einfach mal ein anderes Buch mit Schwerpunkt auf detailreiche Schlachten zeigt es das, was in vielen anderen Büchern unter geht.

Gemmell hat hier kein Buch geschrieben, das man zwischen Tür und Angel lesen kann. Man braucht Durchhaltevermögen und ein Faible für epische Schlachten, wird damit aber bestimmt viel Spaß an der Geschichte haben.

Mit diesem Buch habe ich mich ein wenig schwer getan und würde es daher auch nicht jedem uneingeschränkt empfehlen. Doch wer auf epische Schlachten, detaillierte Beschreibungen dieser und hohes Charakteraufkommen steht, findet hier vielleicht ein paar tolle Lesestunden.


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