Montag, Mai 27

[Rezension] The Chronicles of the Gods: All Beauty Must Die von Marry-Anne Idony Pepper


Werbung wegen Markennennung

Taschenbuch: 286 Seiten
Verlag: epubli
Auflage: 3
Erscheinungstermin: 17. Januar 2019
ISBN-10: 3748503865


Klappentext
Bis vor Kurzem führte Esmeh Walker noch ein unbeschwertes Leben, denn sie erfüllte alle Bedingungen, die die Gesellschaft an eine Achtzehnjährige stellte. Sie war eine begabte Schülerin, lebte in einer wohlhabenden Familie und war zudem wunderschön. Sie hatte gute Chancen im Leben – bis sie binnen eines Wimpernschlags alles verlor …
- Am Anfang war das Ende und das Ende war der Anfang. -

Autor
Marry-Anne Idony Pepper hatte schon immer den Wunsch zu schreiben. Oft wurde dieser Wunsch verworfen und doch, siegte am Ende der Wunsch.

Meine Meinung
Wenn man den Klappentext liest, ist es zunächst als hätte man diese oder eine ähnliche Geschichte schon zig mal gelesen. Wunderschönes Mädchen, das alles hat und alles verliert. Man denkt, man weiß direkt, wie das Buch endet: Sie lernt, das alles, was sie geglaubt gehabt zu haben nebensächlich ist und das, was wirklich wichtig ist nicht mit Geld zu kaufen ist.
Das mich die Autorin mit ihrem Werk so überrascht hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht.

Alles beginnt mit Esmeh. Einer unglaublich unsympathischen Person, die mich das ein oder andere Mal dazu gebracht hat, das ich mir den im Klappentext beschriebenen Wimpernschlag herbeigesehnt habe. Ich gehöre eigentlich nicht zu der Art Menschen, die anderen etwas Böses wünscht, bei Esmeh habe ich mich dahingehend selber hinterfragen müssen.
Hier, also gleich zu Anfang des Buches hat mich die Autorin das erste mal von sich überzeugt. Esmeh ist für mich kein Charakter eines Buches gewesen sondern zu jemandem geworden, der mich richtig sauer machen kann. So reale Gefühle hat bisher noch kein Buch bei mir hervorgerufen.
Da ich wie immer nicht spoilern möchte, kann ich nicht weiter auf die Geschehnisse eingehen. Das sich nach einem einschneidenden Ereignis alles ändert bringt einen scharfen Cut sowohl in Esmehs Verhalten als auch in meine Meinung über sie. Das Verhältnis von Ursache und Wirkung zieht sich wie ein roter Faden durch die Seiten und bleibt mir als großer Schirm, der alles verbindet in Erinnerung.

Beim Lesen gibt es immer wieder Momente, die mich sehr nachdenklich gemacht haben. Allem voran gehen Gedanken, wie sich mein Verhalten anderen Menschen gegenüber vielleicht auf sie auswirkt.

Der Schreibstil im Buch ist passend gewählt. Er ist durch seine frische und jugendliche Wortwahl einfach zu lesen, so das man nicht an komplizierten Formulierungen hängen bleibt und sich voll auf die Gedanken der Autorin und die Thematik der Geschichte einlassen kann.
Schaut man sich die einzelnen Etappen Esmehs an und wie sie beschrieben werden, fragt man sich, wie viel Pepper aus eigenen Erfahrungen beschreibt. Es ist sehr nahbar und detailliert, teilweise recht emotional und vor allem authentisch beschrieben, so das man sich als Leser sehr einfühlen kann. Das gefällt mir extrem gut.

Im Laufe der Geschichte verdichtet sich der Fantasy-Aspekt und gibt dem Buch noch mal einen ganz neuen Twist, der hier im Zusammenspiel mit dem Grundgedanken sehr gut funktioniert und auch im Finale unglaublich gut platziert ist.

Fazit
All beauty must die hat mich auf ganzer Linie positiv überrascht. Zwar hätte ich gerne noch mehr über einige Nebencharaktere und deren Antrieb erfahren, doch dies allein reicht nicht, um einen Stern in der Wertung abzuziehen.
Esmeh als Protagonistin empfinde ich zwar nicht als angenehm aber extrem gut geschrieben, so das ich den Charakter zwar gerne anschreien, die Autorin für diese plastische Darstellung aber beglückwünschen möchte.
Das Buch bleibt mir seit dem Beenden im Kopf und lässt mich zwischendurch immer wieder nachdenken.
Absolut gelungen und daher für jeden zu empfehlen, der nach einem eher untypischen Fantasybuch sucht und gut mit einem Protagonisten leben kann, der nicht everybodys Darling ist.

Donnerstag, April 4

Blogtour "Der Fall des lachenden Kranichs" von Sophie Oliver

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Herzlich Willkommen zum 4. Tag der Blogtour zu Sophie Oliver´s „Der Fall des lachenden Kranichs“.
Falls ihr die tollen Beiträge meiner Blogger-Kolleginnen verpasst habt, habe ich hier noch einmal den Tourplan für euch:

1.4., Montag: Nina www.book-addicted.de, Buchvorstellung
2.4., Dienstag: Lisa http://wasliestlisa.blogspot.de Vergleich der Frauen von ca. 1800 und den heutigen Frauen, ihre Anerkennung und Lebensweise
3.4., Mittwoch: Meike http://nichtohnebuch.blogspot.de/ Interview mit Sophie Oliver
4.4., Donnerstag: bei mir https://happybooktime.de Bedeutung des Kranichs
5.4., Freitag: http://lesendesfedervieh.blogspot.com Charakteristik der wichtigen Figuren und eine kurze Beschreibung des Viktorianischen Zeitalters

Ein Besuch auf den Seiten lohnt sich auf jeden Fall.


Bei mir geht es heute um die Bedeutung des Kranichs für den Menschen.
Denn die Menschheit war schon immer angetan von den großen Vögeln. Man ordnete ihnen Gottheiten zu oder lies sie symbolisch für verschiedenste Dinge einstehen. In der Dichtung zum Beispiel symbolisiert der Kranich das Erhabene der Natur. Dies ist sicherlich nicht zuletzt auf seine Größe zurückzuführen. Er misst ausgewachsen 110 bis 130 cm und hat dabei eine Flügelspannweite von bis zu 245 cm.

Die Größe machte ihn ebenso zur begehrten Jagdbeute, durch den die Menschen Nahrung, Werkzeug und Schmuck herstellten. Sogar als Wache für Haus und Hof wurde der Schreitvogel gehalten, da er durch seine imposante Erscheinung und vor allem durch seine Stimme vor Feinden warnte.

Die wohl bis heute bedeutendste Stellung des Kranichs war und ist die, des Ziervogels.
In China wurde er „Vogel ersten Ranges“ und gilt seit jeher für die Beziehung zwischen Vater und Sohn ,ein langes Leben und Weisheit. Dies wird zurückgeführt auf den weißen Federkranz des Vogels, der dem weißen Haarkranz alter Menschen ähnelt.
Schön finde ich auch den Gedanken, das die Seele eines Verstorbenen auf dem Rücken eines Kranichs in den Himmel getragen wird.

Den Brauch, den ich im Zusammenhang mit Kranichen am schönsten finde hat seinen Ursprung in Japan. Auch dort steht er für Langlebigkeit und Glück. Man sagt, das derjenige, der 1000 Kraniche gefaltet hat ein langes Leben und Glück vor sich hat.
Faltet ein Hochzeitspaar gemeinsam 1000 Kraniche, so beschert dies ihnen eine lange und glückliche Ehe.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das diese Mammutaufgabe ein Paar schon sehr zusammen schweißt. Man verbringt viel Zeit miteinander, redet, geht gemeinsam durch Tiefs und durch Monotonie. Aber das Ergebnis ist schon ziemlich cool.

Wer jetzt auch Lust hat, den einen oder anderen Kranich zu falten, kann zum Beispiel hier: http://en.origami-club.com/traditional/crane/crane/index.html eine tolle Anleitung finden.

Wenn ihr jetzt noch wissen möchtet, was es mit dem lachenden Kranich im Titel „Der Fall des lachenden Kranichs“ auf sich hat, ich spoiler nicht ;-) Da müsst ihr schon selber lesen. Aber ich verspreche eins: Es wird spannend und beschert euch einige tolle Lesestunden.



Samstag, März 23

[Rezension] Lises Lettering: Schriften gestalten – Den eigenen Stil finden – Projekte entwickeln von Lise Hellström

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Broschiert: 160 Seiten
Verlag: Südwest Verlag
Erscheinungstermin: 4. März 2019
ISBN-10: 3517097926


Handlettering ganz individuell

Handletterings sind trendige Statements, doch oftmals bleibt die Individualität auf der Strecke, wenn man Schriften abpaust und zu sehr an der Vorlage hängt. Lise Hellström legt Wert darauf, dass man den Perfektionismus ablegt und stattdessen seinen eigenen Stil entwickelt. Sie zeigt, welche Schriftentypen es gibt, welche Stifte und Papiere sich für welches Projekt eignen und wie man sein eigenes Handlettering aufbaut und dekoriert. Zeitgleich ermutigt sie dazu, Schriften selbst zu entwerfen und Karten, Poster, T-Shirts und sogar Tattoos nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Ganz nebenbei vermittelt sie auf diese Weise auch ihre Lebensphilosophie, sich nicht verbiegen zu lassen und mutig den eigenen Weg zu gehen.

Lise Hellström hat ihren Job als Marketing-Managerin aufgegeben, um sich voll und ganz auf ihre freiberufliche Tätigkeit als Illustratorin konzentrieren zu können. Die Schwedin erhält Anfragen aus aller Welt, um Logos, Plakate und Verpackungen zu designen. Ihr englischsprachiger Instagram-Account ist mittlerweile auf über 160.000 Abonnenten angewachsen. Sie will ihren Fans helfen, ihren eigenen Ausdruck zu finden und einzigartig statt perfekt zu schreiben.

Seit ich das Cover das erste Mal gesehen habe bin ich begeistert davon. Man sieht Lise Hellström in einem recht rustikalen Setting, ein paar Blümchen und viel Gelettertes an der Wand hinter ihr.
Licht und Schatten spielen hier so toll miteinander, das eine schöne Atmosphäre erzeugt wird und man als Betrachter das Gefühl hat, man sitzt Lise am Tisch gegenüber und probiert sich mit ihr an Schriften.


Da ich schon einige Handlettering-Bücher in meinem Regal stehen habe, die alle mehr oder weniger den selben Aufbau haben, dachte ich, hier kann mich nichts groß überraschen. Es werden ein paar Seiten „Vorgeplänkel“ da sein, danach ein wenig „das ist wichtig“ und „das braucht man“, bevor man zum Herzstück der Lettering-Bücher kommt: Den Schriftarten.

Ja, da hat mich die Autorin hier wirklich überrascht!
Man findet keine Schriftarten und keinen typischen Aufbau. Viel mehr findet man den perfekten Coach, der einem zur Seite steht und sagt

„es ist gut, so wie es ist. Und wenn es ist, wie es ist, ist es gut!“.

Viel mehr, als auf perfekt symmetrische Buchstaben, wird hier der Fokus in der Individualität gelegt. Das Buch inspiriert dazu, Mut zu haben, etwas zu versuchen. Ruhig auch den Radiergummi zu benutzen, wenn etwas nicht so aussieht, wie man es haben möchte, bei allem aber den Spaß nicht zu verlieren.

Es werden unterschiedliche Techniken gezeigt und wie man diese gut miteinander kombinieren kann, dazu einige tolle Tipps, wie sich das erstellte Lettering gut in Szene setzen kann und auf welchen Materialien man tolle Effekte erzielen kann.

Natürlich gibt es hier und da auch fertige Letterings, die man als Vorlage nehmen kann, doch der Großteil des Buches dreht sich um Individualität. Wie erstellt man eigentlich Buchstaben? Wie baut man einen Satz, Spruch oder gar ein einziges Wort optisch geschickt, das man das fertige Kunstwerk am liebsten direkt rahmen und aufstellen möchte?

Wer nach diesem Buch nicht selber voller Tatendrang steckt, hat selber Schuld.

Lises Lettering ist das für mich ungewöhnlichste Buch über Handlettering und zugleich das Beste. Es geht um Spaß, Inspiration und vor allem darum nicht irgendein Lettering zu erstellen sondern sein wirklich eigenes, individuelles Lettering.
Wer einfach nur schöne Schriftarten in Buchform haben möchte ist hier an der falschen Adresse. Wer aber Lust am tüfteln, probieren und am eigenen, vielleicht nicht ganz perfekten Ausdruck hat, der kommt hier absolut auf seine Kosten.


[Rezension] Die Krone der Elemente von Matthias Oden

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Broschiert: 736 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungstermin: 10. Dezember 2018
ISBN-10: 3453319567



Der Kaiser des ausgedehnten Salenreiches ist alt und wurde schon seit Wochen nicht mehr gesehen. Das Gerücht, er läge im Sterben, verbreitet sich unter den Landesfürsten, die nach mehr Einfluss am Hof streben. Gleichzeitig schürt eine junge Heerführerin den Grenzkonflikt im Westen zwischen Kaiserreich und benachbartem Herzogtum. Niemand ahnt, dass sie in Besitz eines sagenumwobenen Artefakts gelangt ist, mit dessen magischen Kräften sie Natur und Menschen gleichermaßen zu unterwerfen vermag: der Krone der Elemente. Schon bald setzt sie die Macht der Krone rücksichtslos ein, und ein gewaltiger Krieg entbrennt. Ein Krieg, der das Schicksal aller Menschen und das Antlitz der Welt für immer verändern wird

Matthias Oden studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Ethnologie. Nach einem Volontoriat bei der Financial Times Deutschland arbeitete er als Redakteur und übernahm anschließend die Redaktionsleitung des Lifestyle-Magazins Business Punk. Danach war er als stellvertretender Chefredakteur der Werbe- und Kommunikationsfachzeitschrift Werben & Verkaufen tätig. Er ist Träger des Hans-Strothoff- und des Deutschen Journalistenpreises.

Das Cover passt wunderbar zum Buchtitel. Die illustrierte Krone aus Wasser und Feuer könnte es nicht besser wiedergeben. Jedoch spricht mich die Art der Illustration hier gar nicht an. Hätte ich nicht gezielt nach diesem Autor gesucht, hätte dieses Buch wohl weniger meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Den knallroten Buchschnitt finde ich trotzdem genial, weil es einfach immer noch etwas besonderes ist.

Zwar hat das Cover meine Aufmerksamkeit nicht auf sich gezogen, der Klappentext konnte dies jedoch sehr gut. Mir war schnell klar, das ich dieses Buch unbedingt lesen muss, denn die Grundidee hat mir extrem zugesagt.

Meine anfängliche Euphorie wurde ein wenig geschmälert, da man bei der Vielzahl der Charaktere, der komplexen Welt und dem Aufbau des ganzen doch etwas braucht, um sich über alles einen Überblick zu verschaffen. Der Glossar hinten im Buch hilft da zwar, dennoch sprang bei mir nicht direkt der Funke über.

Als ich dann jedoch im Geschehen war und nicht mehr gefühlt bei jedem Namen gucken musste, um wen genau es sich jetzt handelt, konnte ich das Buch kaum zur Seite legen.
Der Schreibstil des Autors ist mitreißend und so fließend, das man kaum merkt, wie die Zeit vergeht weil man sich einfach festgelesen hat. Dennoch schlichen sich an einigen Stellen Längen ein

Die Charaktere selbst bekommen Struktur und man hat im Laufe des Buches einen guten Einblick in ihre Denkweisen und kann sie schon etwas einschätzen. Auch wenn ich mir teilweise gedacht habe, das die Infos über sie hier und da zu detailliert sind, hatte dies bis zum Ende des Buches durchaus einen Grund.


Dinge und Handlungen, die vorerst nichts gemein hatten, bewegen sich aufeinander zu und passen letztendlich zusammen. Und das für mein Empfinden ohne die künstliche Aufbauschung von Spannungsbögen. Viel mehr wird hier mit Emotionen gespielt, was mich sehr viel tiefer in die Geschichte hat vordringen lassen.

Dieser Reihenauftakt ist komplex, episch, emotional und mitreißend. Ich bin schon mehr als gespannt, wie das ganze weiter geht. Fans von Game of Thrones und ähnlichen Büchern kommen hier sicherlich auf ihre Kosten.


Sonntag, Februar 24

[Hörbuchrezension] Nightflyers: Die Dunkelheit zwischen den Sternen von George R. R. Martin


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MP3 CD
Verlag: Random House Audio
Ungekürzte Lesung
Erscheinungstermin: 17. Dezember 2018
ISBN-10: 3837145166

Melantha Jhirl ist eine Kämpferin, und sie soll acht Wissenschaftler auf einer gewagten Expedition beschützen. An Bord des Raumschiffs Nightflyer brechen sie auf, um die rätselhafte Rasse der Volcryn zu erforschen. Doch sie sind nicht allein an Bord! Als der Telepath des Teams eine seltsame Präsenz an Bord spürt, ist es bereits zu spät. Das Wesen ermordet Malantha Jhirls Schützlinge. Sie ist die einzige, die es aufhalten kann – doch dafür muss sie selbst am Leben bleiben

George Raymond Richard Martin wurde 1948 in New Jersey geboren. Sein Bestseller-Epos »Das Lied von Eis und Feuer« wurde als die vielfach ausgezeichnete Fernsehserie »Game of Thrones« verfilmt. George R.R. Martin wurde u.a. sechsmal der Hugo Award, zweimal der Nebula Award, dreimal der World Fantasy Award (u.a. für sein Lebenswerk und besondere Verdienste um die Fantasy) und dreimal der Locus Poll Award verliehen. 2013 errang er den ersten Platz beim Deutschen Phantastik Preis für den Besten Internationalen Roman. Er lebt heute mit seiner Frau in New Mexico.
Das Hörbuch wird verpackt in einer einfachen Papphülle geliefert. Aufgeklappt bekommt man den Klappentext, Informationen zum Autor und Vorleser so wie Werbung!!! für R.R. Martins Lied von Feuer und Eis bzw. Feuer und Blut als Hörbücher. Ob jetzt unbedingt Werbung für Fantasy in einem Scifi-Hörbuch Sinn macht wag ich mal zu bezweifeln.

Das Cover zeigt das Fenster eines Raumschiffs auf dem sich ein Handabdruck im Kondensat abzeichnet. Im Hintergrund erkennt man einen Sternennebel. Der Name des Autors ist aufgebracht in roter Schrift so wie der Titel des Buches welches gelesen wird in weiß.
Rein gestalterisch ist die Aufmachung schön anzusehen, auch wenn das Bild des mysteriösen Handabdrucks schon etwas ausgelutscht wirkt.

In Nightflyers geht es im Grunde darum, das ein zusammengewürfelter Haufen Wissenschaftler sich in ein gemietetes Raumschiff begibt um eine sagenumwobene Alienrasse zu finden und Kontakt mit ihr aufzunehmen.
Ein Captain, der sich nicht in die Karten schauen lässt, Wissenschaftler die unterschiedlicher nicht sein könnten, ein Telepath der sich von Anfang an bedroht fühlt und ein Raumschiff -die Nightflyer- welches nicht so ist wie sie es erwartet hatten. In den Tiefen des leeren Raums ist dies eine ziemlich brisante Mischung. Nachdem der erste Wissenschaftler stirbt ist es allen klar: Sie sind nicht alleine.

Die Geschichte beginnt mit einer Art Prolog, der Vorstellung der Volcryn. Jene Alienrasse, die seit Anbeginn der Aufzeichnungen verschiedenster Planeten und Rassen und wahrscheinlich noch länger duch die Galaxie ziehen um zu einem Ort zu gelangen den niemand kennt. Man bekommt einige Namen von Planeten und Völkern der bekannten Galaxie vorgelegt um recht schnell zu den Protagonisten der Geschichte zu kommen.
Die Charaktere der Geschichte sind zwar unterschiedlich aber wirken ein wenig eindimensional. Sie werden kurz umrissen um ihre Rolle darzulegen, jedoch so kurz das man kaum eine wirkliche Vorstellung von ihnen bekommt.

Im Verlauf des Hörbuches bekommt man zumindest von dreien einen Eindruck und kann sich ein wenig mit ihnen identifizieren. Charakterlich entwickeln sie sich nicht. Sie sind wie sie sind und das von vorne bis zum Ende. Die Geschichte plätschert auch im Ganzen ziemlich vor sich hin und wirkt dabei zu durchsichtig, so das trotz des Versuches hier und da Spannung aufzubauen, eine gewisse Beklommenheit nicht aufkommt die es bräuchte um mitzufiebern.

Auch der sprachliche Ausdruck schwankt ein wenig. Teilweise wird auf unwichtiges detailliert eingegangen und Teile, die eigentlich wichtig wären bekommt man kurz und knapp vor die Füße geworfen. Die Geschichte wirkt auf mich unfertig und nicht richtig ausgearbeitet.
Auch die Wiederholung der körperlichen Eigenschaft einer der Hauptfiguren hinterlässt den Eindruck sprachlicher Inkompetenz

Man muss erwähnen das die Story von R.R. Martin in den 80gern geschrieben wurde und somit über 30 Jahre alt ist. Diesem Umstand ist es auch zu verdanken das die Geschichte wirkt wie ein Film aus den Achtzigern. Angestaubt!

Gelesen wird von Reinhart Kuhnert welcher auch schon die Hörbücher von Game of Thrones gelesen hat.
Leider habe ich keinen Vergleich da ich die Game of Thrones Bücher nicht gehört habe aber zumindest in diesem Fall hat er keinen guten Job gemacht.
Der Versuch, den verschiedenen Personen eine eigene Stimmfarbe zu verleihen schlägt völlig fehl, was gerade zum Ende der Geschichte richtig anfängt zu nerven.
Jeder Protagonist hat eine kehlig röchelnde Variation, welche sich zumindest von der Erzählerstimme abhebt, im Gesamten eher an eine schlechte Imitation von Don Vito Corleone aus der Pate erinnert. Was am Anfang noch halbwegs unterscheidbar ist, wird am Ende zu einem nicht enden wollenden pathetischem Geröchel aller Verbleibenden, so das man anhand der Stimme die Personen fast gar nicht mehr unterscheiden kann.
Die gesamte Produktion wirkt sehr lieblos umgesetzt.
Mit mehr Anstrengung hätte man aus der Story evtl. etwas machen können, das zumindest hörbar gewesen wäre.
Positiv ist das die Geschichte nur 4 Stunden 20 min dauert.

Netflix hat “Nightflyers” als Vorlage für eine Serie genommen, welche man sich auf dem Streaming Dienst ansehen kann. Zumindest die Trailer lassen darauf schließen das hier aus der Geschichte etwas sehbares gezaubert wurde.
Wer auf Retro-Scifi steht und seinen Anspruch nicht all zu hoch setzt der kann sich die Zeit mit Nightflyers kurz vertreiben. Empfehlen kann ich es jedoch nicht.
Sowohl die Geschichte, die Produktion und auch die Verpackung, ist einfach nicht gut verarbeitet.
Hier hat man versucht zum Start der Netflix Serie und mit dem Hype um Game of Thrones eine über 30 Jahre alte Geschichte von R.R. Martin an den Mann zu bringen.

Wenn ich könnte würde ich keinen einzigen Stern vergeben und sogar davon noch welche abziehen, 1 Stern ist jedoch das unterste der Skala.



Samstag, Februar 23

[Rezension] Die Plotter von Un-Su Kim


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Gebundene Ausgabe: 360 Seiten
Verlag: Europa Verlag
Erscheinungstermin: 23. November 2018
ISBN-10: 3958902324

Raeseng ist Killer von Beruf, seit ihn Old Raccoon als Kind bei sich aufnahm und ausbildete. Aufgewachsen an einem geheimen Rückzugsort in Seoul, einer Bibliothek voller alter Bücher, gehört er zur Killer-Elite Koreas. Denn Old Raccoon ist ein Plotter. Als Kopf der Organisation »Library of Dogs« hat er seit Jahrzehnten alle politisch gewollten Exekutionen in Korea geplant. Doch als die Macht der Diktatur schwindet, gerät auch der Einfluss der Plotter ins Wanken – und eine neue Generation beginnt, ihr eigenes tödliches Netzwerk aufzuziehen. Als Raeseng vom Plan der Plotter bei der Ausführung eines Auftrags abweicht, geraten die Dinge außer Kontrolle – und Raeseng rückt selbst an die erste Stelle der Todesliste …
Un-Su Kim, geboren 1972 in Busan, Korea, hat in seiner Heimat mehrere Literaturpreise gewonnen, darunter den renommierten Mumhakdongne Preis. Mit Die Plotter, seinem ersten Kriminalroman, ist ihm auf Anhieb ein Werk gelungen, das Zeichen setzt – nicht nur in Korea. Die internationale Krimiszene feiert ihn schon jetzt als den »koreanischen Henning Mankell«.

Clean betrachtet ist das Cover schwarz mit einer weißen Blume mittig auf dem Cover und Weißer Blockschrift. Erstmal nichts spektakuläres. Was man doch mit einigen Blutspritzern daraus gemacht hat, ist Thrillertypisch und in meinen Augen sehr ansprechend. Ich mag das „perfekte“ der Blüte und das Blut darauf, was neugierig darauf macht, wo es herkommt.
Dazu hat der Buchschnitt hier auch einige Spritzer abbekommen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich liebe gestaltete Buchschnitte.

Einen spannenden Thriller in einem für mich leserlich noch unbekanntem Terrain Südkoreas erwartend hab ich mich in „Die Plotter“ gestürzt.
Der Anfang war großartig. Man lernt Raeseng kennen. Einen Killer, der seine Aufträge von den anonymen Plottern erteilt bekommt, die er selber nicht kennt. Als Leser begleitet man ihn zu seinen Opfern, erlebt, wie kaltblütig er mit ihnen isst und Zeit verbringt bevor er zur Tat schreitet.
Als da jedoch etwas nicht so läuft wie geplant ist er auf einmal die Zielscheibe.

Jetzt hätte es so richtig losgehen können mit der Jagd bzw. der Flucht. Ich habe schon die Kugeln fliegen und das Blut spritzen sehen.
Leider kamen viele Gedankenspiele und aufgezählte Möglichkeiten, die an sich gut erzählt waren und auch im Lesefluss angenehm wirkten, jedoch war die Kluft zwischen dem Erwarteten und dem was ich vorgefunden habe so groß, das mich das Buch mit zunehmender Seitenzahl eher enttäuschte.
Raeseng ist interessant und man lernt ihn im Laufe des Buches sehr gut kennen und unter anderen Erwartungen hätte mich dies auch absolut unterhalten.

Bekommt man jedoch ein Buch, das über und über mit Blutspritzern versehen ist und das mit so einem Klappentext um die Ecke kommt, erwartet man einfach keinen Roman über den Werdegang einer Person.

Sprachlich kann ich an dem Buch keinen Kritikpunkt finden. Es ist toll geschrieben und mir gefällt die Art, wie mit Worten gespielt und Stimmung eingefangen wird. Dieser intensive Schreibstil hätte mir -auch wenn ich mich hier wiederhole- in einem blutigen, hochspannenden Thriller vermutlich noch um Längen besser gefallen.
Leider fällt für mein Empfinden der Spannungsbogen am höchsten Punkt nahezu komplett ab. Man findet einen netten Roman statt einem blutigen, hochspannenden Thriller.
Dennoch sprachlich top und wirklich interessant geschrieben.



[Rezension] Taurus: Die Erben der Macht von Michael Templar


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Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Oetinger
Erscheinungstermin: 24. September 2018
ISBN-10: 3789109495

Das Schicksal der Welt liegt in der Macht der Sterne.
Natalie Hardaker bereist mit ihrem Großvater die ganze Welt, um die Geheimnisse der Astronomie zu entschlüsseln. Als dieser plötzlich verschwindet, macht sie
sich auf die Suche nach ihm. Mithilfe des arroganten Giles findet sie heraus, dass er von einem antiken Kult entführt wurde, der auf der Suche nach dem sagenumwobenen Orakulum ist, Nostradamus’ Prophezeiungsmaschine. Und plötzlich steckt Natalie tief in jahrhundertealten Verstrickungen. Was ist, wenn sie die einzige ist, die die Welt retten kann?
Spannender Auftakt der spektakulären Sternen-Saga über die Rätsel des Universums von den Machern von Warrior Cats. Unglaublich mysteriös und temporeich!

Auf einem Sternenhimmel als Hintergrund findet man mittig einen großen, umrandeten Stierkopf, der aus einer Menge kleiner Sterne besteht. Den astrologischen Hintergrund hat man hier wirklich ansprechend dargestellt.

Da ich selber Stier vom Sternzeichen bin, hat mich dieses Cover auf besondere Weise angesprochen. Und der Klappentext lies mich direkt neugierig zurück. Ich wollte unbedingt wissen, wie es um Natalie und ihren Großvater steht und was es mit diesem antiken Kult auf sich hat.

Man ist auch sehr schnell mitten in der Geschichte, die mit einem Vortrag des Großvaters und dessen Entführung gut Fahrt aufnimmt.
Nur wenige Hinweise geben Natalie die Möglichkeit die Entführer mit den Tiermasken zu finden und ihren Opa zu befreien. Die Fragen überschlagen sich und das Mysterium um einen ominösen Kult lässt Geheimnisse ans Licht kommen, von denen Natalie nicht zu träumen gewagt hat.

Mir gefällt Natalie als Protagonistin recht gut. Sie ist klug und zeichnet sich durch Neugierde und Standhaftigkeit aus. Ich mag, das sie nicht „perfekt“ ist und man hier und da auch Schwachpunkte findet, die sie sehr menschlich machen. Für ihr Alter wirkt sie sehr weit, was zwar auf ihre Erziehung zurückzuführen ist, an einigen Stellen leider ein wenig zu viel des Guten ist.
Ihre Begleitung Giles empfand ich angenehm, wobei er sich mehr im hinteren Teil des Buches entwickelte und unterschiedliche Facetten zeigt.

Das Buch ist gut und flüssig zu lesen und auch als Erwachsene empfinde ich den Schreibstil ansprechend.
Was ich aber am positivsten finde ist, das sich hier keine erzwungene Liebesgeschichte in den Vordergrund geschoben wird. Das würde hier auch absolut stören.

Ich mag den Auftakt dieser Reihe. „Taurus“ hat alles, was ich in einem Jugendbuch brauche, um einige schöne Lesestunden zu haben. Besonders das mysteriöse mit dem antiken Kult finde ich spannend und freue mich schon auf den nächsten Teil dieser Geschichte um mehr darüber zu erfahren.