Mittwoch, April 18

[Blogtour und Verlosung] Das dunkle Herz von Lukas Hainer


[Anzeige enthält Werbelinks]

Herzlich Willkommen zum dritten Tag unserer Blogtour. 
Hier geht es heute um Selbstlosigkeit und Gefahr.
Oder einfach gesagt um die Frage:
"Für wen würde ich alles tun, um ihn zu retten?"

„Für dich würde ich alles tun“ ist für die meisten Menschen eigentlich nur eine Floskel um zu beschreiben, dass das Gegenüber einem viel bedeutet.

Für unsere Protagonisten besonders in dystopischen Romanen ist diese Floskel oft eine ernste Entscheidung, die zu treffen häufig ein elementarer Bestandteil der Geschichte darstellt.

Ob nun Katniss, Clary oder wie in „Das dunkle Herz“ Anna, sie alle haben sich dazu entschieden sich für einen geliebten Menschen in Gefahr zu bringen.

Doch was wäre, wenn Dystopie Realität wäre? Für welchen Menschen würde man WIRKLICH ALLES machen, um ihn zu retten?

Begeben wir uns in Gedanken einmal an Annas Stelle: Auf einer Gedenkfeier für ihren vor zehn Jahren verschwundenen Bruder wird der 14-jährigen auf einmal schwindelig. Als sie wieder zu sich kommt befindet sie sich in einer Wüstengegend, ahnungslos, wo sie ist und wie sie dort hin gekommen ist.
Sie merkt, das sie nicht alleine ist und erlebt, wie die Menschen unterschiedlichsten Alters und Herkunft nicht miteinander sondern gegeneinander agieren.
Mitten in diesem Chaos bekommt sie eine Nachricht von ihrem Bruder.

Und wie würde ich mich entscheiden?

Zehn Jahre ist eine verdammt lange Zeit. Gemessen an Annas Alter als ihr Bruder verschwand, sind die wahren Erinnerungen an ihn wohl bestenfalls verschwommen. Die Nachricht müsste also extrem bedeutend sein, um mich glaubhaft davon zu überzeugen, das sie wirklich von meinem Bruder ist.
Denn, sind wir mal ehrlich, wer dafür sorgen kann, das du unter diesen Bedingungen an einem bedrohlichen fremden Ort aufwachst, bringt es auch fertig eine Nachricht zu fälschen, die dich verrückt macht und noch weiter in Gefahr bringt.

Glaube ich dieser Nachricht, wäre es wohl mein größtes Ziel, meinen Bruder zu finden. Zugegeben aus gleichermaßen guten wie weniger noblen Gründen. Natürlich würde ich ihn retten wollen, ganz klar! Es ist mein Bruder und somit ist er nicht nur in meinem Herzen, sondern genau wie der Rest meiner engsten Familie ist er ein Teil dieses pochenden roten Klumpens.
Aber ein Teil von mir könnte sich auch dem Gedanken nicht entziehen das wenn er zehn Jahre dort gelebt hat, er zumindest über lebensnotwendige Ressourcen wie Wasser und Nahrung verfügt, ohne die für mich ja auch nach kurzer Zeit alles zuende wäre.
Mich in Gefahr zu bringen um ihn zu erreichen wäre also nicht nur purer Akt der Geschwisterliebe sondern auch eine Möglichkeit mich selber zu retten.


Dröseln wir aber mal das „Alles“ auseinander und nehmen es wirklich wörtlich. „Alles“ bedeutet im Zweifelsfall auch das eigene Leben zu geben, um jemanden zu retten.
Und da fällt es mir nicht nur schwer etwas zu schreiben, es ist schier unmöglich sich das vorzustellen.
Für meinen „Inner Circle“, der aus meinem Mann, meinen Geschwistern und meinen Eltern besteht würde ich mich in Gefahr begeben, ich würde enorm viel riskieren und geben, damit es ihnen gut geht. Aber mein Leben für ihres geben geht komplett über die Grenzen meiner Vorstellungskraft.

Ich glaube, das ist aber genau das, was den Reiz dieser Bücher ausmacht: Die Protagonisten haben eine Selbstlosigkeit, die sich die meisten nicht vorstellen können und ich bin ehrlich gesagt auch sehr sehr froh, das ich Entscheidungen wie die von Anna, Katniss oder Clary nicht treffen muss.

„Alles“ bedeutet in der realen Welt eben doch nur „vieles“.




Gewinnen könnt ihr eins von drei Exemplaren von „Das dunkle Herz“.
Dafür müsst ihr nur zwei Kleinigkeiten machen:
  1. Was sagt der Alte Mann, als er über das verschlossene Tor der Stadt streicht? (Ein Blick in die >>Leseprobe<< könnte euch helfen die Antwort zu finden.)
  2. Schaut auch bei den Beiträgen der anderen Teilnehmer vorbei und beantwortet auch deren Fragen.
Hier sind noch einmal die Links zu den teilnehmenden Bloggern: Lisa: http://lisasonnenschein.blogspot.de
Louisa: http://dasbuecherregal.de und 


Teilnahmeschluss ist am 26.04.2018 um 23:59 Uhr

Samstag, April 14

[Ankündigung] Blogtour "Das dunkle Herz" von Lukas Hainer



Ich freue mich sehr euch heute sagen zu können, das ich Teil der Blogtour zu
"Das dunkle Herz" von Lukas Hainer
sein darf. 

Zusammen mit drei anderen tollen Bloggern schauen wir uns das Buch einmal genauer an, besprechen verschiedene Aspekte und lernen den Autor kennen. 

Ebenso dürfen wir drei Exemplare dieses spannenden Buches an euch verlosen. 
Also seid gespannt und schaut gerne bei uns rein. Wir freuen uns auf euch. 

16.4. http://lisasonnenschein.blogspot.de

17.4. http://dasbuecherregal.de

18.4. https://happybooktime.blogspot.de

19.4. http://rainbookworld.de

Mittwoch, April 11

[Rezension] Aura 1: Die Gabe von Clara Benedict


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Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Thienemann Verlag in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
Erscheinungstermin: 12. März 2018
ISBN-10: 3522202414

Romantasy über die Macht, die Realität zu verändern – für Mädchen ab 13 Jahren.
Einen Jungen aus der Ferne anschmachten, das steht für Hannah nicht zur Debatte – bis sie Jan trifft. Noch während Hannah sich darüber ärgert, dass sie sich immer wieder wie eine Idiotin aufführt, signalisiert Jan Interesse. Mit jedem Treffen wachsen Hannahs Gefühle aber auch ihre Unsicherheit. Jan verhält sich widersprüchlich, ist mal liebevoll und zärtlich, dann wieder aggressiv und distanziert. Diese Unbeständigkeit macht Hannah Angst, denn sie hat sich Jan offenbart. Sie hat ihm von ihrer besonderen Gabe erzählt, einer Gabe, die auch eine dunkle Seite hat ... Hat sie dem Falschen vertraut?
Clara Benedict, Jahrgang 1981, ist Deutsch- und Musiklehrerin und Sängerin in einer Rockband. Sie lebt mit einem Mann, zwei Katern, drei Kindern und zwölf Musikinstrumenten an der Weinstraße und hat ständig zu viele Pläne und zu wenig Zeit. Wenn sie nicht als Revuegirl oder Nashorn auf der Bühne steht oder sich für irgendein anderes verrücktes Projekt ködern lässt, spielt sie Videogames, geht geocachen und gibt unfassbare Summen für Bücher und Chucks aus. www.clara-benedict.com

Das Cover ist wunderschön und farbenfroh. In dem Farbnebel erkennt man deutlich das Profil eines Mädchens, auf dessen Kopf der Buchtitel erscheint.

Auf der Suche nach einer leichten Fantasy-angehauchten Geschichte bin ich über Aura gestolpert.
Es geht um Hannah, 16 Jahre alt und selber noch auf der Suche nach sich selbst. Sie findet Interesse an Jan und als wäre das für einen Teenager nicht schon genug, entdeckt sie ihre Gabe.

Das Hannah ein typisches jugendliches Mädchen ist, wird schon zu Anfang deutlich: Sie trifft sich mit ihren Freundinnen um sich gemeinsam fertig zu machen um aus zu gehen. Dabei ist alles sehr authentisch beschrieben, als würde man auf einem Stuhl in der Ecke sitzen und alles direkt miterleben. Die einzelnen Freundinnen sind zwar nicht bis ins kleinste Detail beschrieben, aber man bekommt ein gutes Gefühl für sie.

Natürlich lernt man Hannah selber wesentlich besser kennen. Sie ist ein junges Mädchen, mit dem sich sicher viele in ihrem Alter identifizieren können. Sie schwärmt für Jan und vergisst um ihn herum manchmal alles. Manchmal wird die rosarote Brille jedoch so undurchschaubar für sie, das sie sich verrennt. Diese Darstellung finde ich im Hinblick auf die Altersgruppe, an die das Buch gerichtet ist sehr gut. Es zeigt, das nicht immer alles perfekt sein muss und nicht immer alles, was perfekt scheint auch tatsächlich so fehlerfrei ist.
Hannah merkt auch schnell, das ihre Gabe nicht nur Gutes mit sich bringt. Und so befindet sie sich in einem großen Gefühlskarussell rund um Jan, ihre Freundinnen und ihre Gabe.

Inhaltlich kann man Clara Benedict nichts negatives vorwerfen. Das Buch ist von vorne bis hinten gut geschrieben, nimmt seine Leser mit und sorgt stetig für eine Priese Spannung. Auch wenn mir die Parts um Jan und Hannah mitunter ein wenig viel wurden und ich mir mehr von der Gabe als solches gewünscht hätte, so hatte ich nie das Bedürfnis das Buch zur Seite zu legen.

Auch sprachlich richtet die junge Autorin sich an ihr jüngeres Publikum. So liest sich das Geschriebene sehr leicht und auch für Teenager sicher ohne Verständnisprobleme.

Das Ende ist noch einmal überraschend und macht absolut Vorfreude auf den nächsten Teil der Trilogie.

Aura ist ein Buch, das man gerne weiter empfiehlt und bei dem ich mich schon sehr auf die Fortsetzung freue.



Montag, März 26

[1 story 2 views - Rezifight] Artemis von Andy Weir

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Broschiert: 432 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungstermin: 5. März 2018
ISBN-10: 345327167X

MP3 CD: Gekürzte Lesung ca. 549 Minuten
Verlag: Random House Audio
Erscheinungstermin: 5. März 2018
ISBN-10: 3837141659

Heute gibt es wieder etwas neues auf diesem Blog. Wie ihr ja wisst rezensiert Jürgen auch das ein oder andere Hörbuch und so kam es, das wir uns beide für Artemis von Andy Weir interessiert haben. 
Für uns war es total spannend zu erfahren, wie zwei Menschen, die völlig unterschiedlich aufgestellt sind, was Sci-Fi angeht zu dieser Geschichte sagen. Er als nerdiger Trekki, der in jeder mir so geliebten Doctor-Who-Folge die Logikfehler findet und ich, die bis auf eben genannte Serie und ab und an mal ein Buch aus der Richtung nicht viel Interesse für Sci-Fi aufbringt.
Wir haben nicht über das Buch gesprochen während ich gelesen und er das Hörbuch gehört hat. Haben unabhängig voneinander unsere Rezensionen geschrieben und waren total neugierig auf die Meinung des jeweils anderen. 

Lasst uns doch gerne eure Meinung da, ob euch so eine Gegenüberstellung der Meinungen interessiert. 

Jazz Bashara ist kriminell. Zumindest ein bisschen. Schließlich ist das Leben in Artemis, der ersten und einzigen Stadt auf dem Mond, verdammt teuer.Und verdammt ungemütlich, wenn man kein Millionär ist. Also tut Jazz, was getan werden muss: Sie schmuggelt Zigaretten und andere auf dem Mond verbotene Luxusgüter für ihre reiche Kundschaft. Als sich ihr eines Tages die Chance auf einen ebenso lukrativen wie illegalen Auftrag bietet, greift Jazz zu. Doch die Sache geht schief, und dann wird auch noch ihr Auftraggeber ermordet. Plötzlich steckt Jazz mitten drin in einer tödlichen Verschwörung, in der nichts Geringeres auf dem Spiel steht, als das Schicksal von Artemis selbst.
Andy Weir war bereits im Alter von fünfzehn Jahren als Programmierer und später als Softwareentwickler für diverse Computerfirmen tätig, bevor er mir seinem Roman »Der Marsianer« einen internationalen Megabestseller landete. Seither widmet er sich ganz dem Schreiben und beschäftigt sich in seiner Freizeit mit Physik, Mechanik und die Geschichte der bemannten Raumfahrt – Themen, die sich auch immer wieder in seinen Romanen finden. Sein Debüt »Der Marsianer« wurde von Starregisseur Ridley Scott brillant verfilmt.

Gabrielle Pietermann (Sprecherin)
Gabrielle Pietermann, geboren 1987, ist eine erfahrene Hörbuch- und Synchronsprecherin. Sie ist u. a. die deutsche Stimme von Emilia Clarke (Daenerys Targaryen aus Game of Thrones), Emma Watson (Hermine aus Harry Potter) und Selena Gomez.

Marius Clarén (Sprecher)
Marius Clarén, 1978 in Berlin geboren, ist Synchronsprecher, -autor und -regisseur. Er lieh seine Stimme bereits Tobey Maguire („Spiderman“), Chris Klein („American Pie“), Jake Gyllenhaal („The Day After Tomorrow“) und vielen mehr.


Das Cover spricht mich persönlich sehr an. Mit dem All im Hintergrund sieht man mittig den Mond, der von hinten von der Sonne angestrahlt zu werden scheint. In verschiedenen Grautönen wird die Mondlandschaft toll dargestellt und bietet farblich so einen ruhigen Pol zu dem Orangen Buchtitel.

Nachdem ich den Marsianer gelesen habe, waren meine Erwartungen natürlich recht hoch.
Aber um hier direkt einmal zu relativieren: Bereits beim lesen des Klappentextes wird klar, das ein direkter Vergleich scheitern wird, denn zu Artemis liest sich der Text viel mehr wie ein Jugendbuch als zum Marsianer.

In Artemis lernt man Jazz kennen, die bei ihrer Arbeit als Trägerin und Schmugglerin in ganz Artemis, der Stadt auf dem Mond, unterwegs ist. Sie beschreibt viel von der Umgebung, so das man sich sehr schnell ein gutes Bild vorm inneren Auge hat.
Den Aufbau der Stadt und das Leben dort fand ich absolut interessant. Durch Jazz´Arbeit erfährt man viel über die Versorgung der Bewohner, Gründe, warum sie auf dem Mond leben oder auch darüber, wie mit verschiedensten Problemen umgegangen wird.

Jazz als Protagonistin gefällt mir eigentlich ganz gut. Sie ist taff und sehr klug, obwohl sie leider nicht immer so handelt. Vielen Entscheidungen, die sie getroffen hat merkt man deutlich ihre Trotzphase an und ihre Sturheit, diese nicht wieder zu überdenken. Die junge Frau bekommt ein zwielichtiges Angebot, dessen Annahme sich auf ihr ganzes Leben auswirken sollte. Die Dinge, in die sie hineingezogen wird zeichnen sie allerdings und so macht sie im Laufe der doch relativ kurzen Zeitspanne der Geschichte eine deutliche Entwicklung durch.

Im Buch gibt es eine starke technisch-wissenschaftliche Komponente, die einen großen Part der Story einnimmt. Auf mich, als technisch nicht so versierten Menschen, wirkte dies alles sehr schlüssig und gut beschrieben obgleich man sagen muss, das hier vielleicht ein wenig zu sehr ins Detail gegangen wird, wodurch die Geschichte so weit in die Länge gezogen wird, das die Spannung an vielen Punkten verwässert. Dies Schicksal traf leider auch das Ende, das mit weniger Detailreichtum sicher noch mehr Fahrt aufnehmen und so noch spannender hätte ausfallen können.

Sprachlich befindet sich Artemis meiner Meinung nach im Jugendbuch-Bereich. Es gibt -bis auf den technischen Aspekt- keine sprachlichen Barrieren, über die man stolpern kann und alles liest sich sehr locker runter. Erfrischend und einfach, mit einer guten Portion Witz geschrieben, macht es wirklich Spaß zu lesen.
Es ist definitiv nicht „Der Marsianer“! Sucht man genau soetwas, wird man vermutlich enttäuscht.
Sucht man ein junges, technisch versiertes Buch mit spannender Geschichte über das Leben auf dem Mond, kann ich Artemis auf jeden Fall empfehlen. Mir hat es trotz der Kritikpunkte gefallen.




Vorweg muss ich sagen, das es sich bei dem Hörbuch um eine gekürzte Fassung handelt. Da ich den Original Text nicht kenne beziehe ich mich daher auf diese Version des Buches.

Artemis ist eine stationäre Mondbasis und Jazz Bashara ist eine ihrer Bewohner. Nicht grade eine dieser ordnungsliebenden, netten Menschen, die sich an Regeln und Gesetze halten aber sie ist in Artemis aufgewachsen und daher ein fester Teil, der nicht übermäßig großen Bevölkerung.

Wenn man es genau nimmt ist sie sogar eher, sagen wir mal, alternativ Gesetzestreu. Schmuggeln ist eine ihrer Einnahmequellen, was gepaart mit ihrer leicht trotzigen Art dazu führt, das sie sich Kopf über in einen Schlamassel rein manövriert, aus dem sie alleine, obwohl sie durchaus erfinderisch mit der Wahrheit,Worten oder plötzlich auftretenden Schwierigkeiten umzugehen weiß, nicht wieder heraus kommt. Selbstverständlich wird sie von ihren Freunden oder meist auch guten Bekannten... eigentlich sind es bei näherer Betrachtung doch mehr oder weniger nur Geschäftspartner mit positivem Sozialindex, unterstützt und letztlich vor sich selbst geschützt.

Ja, das war schon was ich mit meinen Worten sagen kann ohne zu spoilern. Zugegeben ist das jetzt nicht sonderlich viel bei immerhin 9 Stunden Spielzeit. Woran das liegt? Nun ja das Hörbuch hat zwar viele Ereignisse, die manchmal mehr manchmal weniger zu Handlung beitragen, jedoch ist ein großer Teil der Geschichte geprägt von einer technischen Komponente. Andy Wier hat viel Wert darauf gelegt die Mondbasis genaustens zu beschreiben. Zum einen keine schlechte Sache, da man sich sofort einen Eindruck schaffen kann, der mir zumindest direkt ein Bild ins Gedächtnis projizierte. Ich als Trekki hätte das jetzt nicht so detailliert benötigt aber es soll ja auch Menschen geben, die nicht so Sci-Fi versiert sind, daher ist es durchaus vertretbar. Obwohl es an der ein oder andere Stelle schon etwas abdriftet.

Die grundlegende Handlung wird stetig fortgesetzt und das ist wörtlich zu nehmen. Irgendwie hat man die ganze Zeit das Gefühl das alles etwas gehetzt wirkt, was sich leider zu Ungunsten der Spannung auswirkt. Grund gekürzte Lesung?! Möglich! Auswirkung zugunsten von Langweilig? Definitiv nein!!!!
Wenn man diesen Aspekt, des gehetzten, mal ausblendet ist es eine durchaus ansprechende Story die vertraut wirkt, wobei ich das nicht negativ meine. Andy Wier hat das Genre nicht neu erfunden aber Bekanntes gut zusammengefügt.

Da sich die ganze Geschichte innerhalb weniger Tage abspielt ist von Charakterentwicklung nicht viel zu spüren aber wer ändert seinen Charakter schon innerhalb einer Woche. Die Personen werden solide dargestellt und haben auch ihren Charme. Vieles bleibt jedoch hinter der Oberfläche verborgen oder kommt recht plötzlich ans Licht, was durchaus positiv eingesetzt wird.

Einige wenige Passagen, ausschließlich Emails von Jazz´s Schmuggelpartner von der Erde, werden von Marius Clarén, der Synchronstimme von Tobey Maguier und Jake Gyllenhaal, gesprochen.

Ansonsten spricht das gesamte Hörbuch Gabrielle Pietermann, die Stimme von Hermine Granger, Daenerys Targaryen, und Selenea Gomez.
Und da haben wir auch schon den Punkt, der mich an diesem Hörbuch am meisten stört.

Keine Frage, Gabrielle Pietermann hat gut und verständlich Vorgelesen, den unterschiedlichen Personen durch ihre Stimme Tiefe verliehen und rein technisch ist ihr und der Produktion nichts vorzuwerfen. Jedoch wird das ganze Hörbuch aus der Sicht Jazz´ gesprochen. Als wäre man in ihrem Kopf. Eigentlich eine durchaus übliche Erzählposition. Was in diesem Fall negativ auffällt ist das Jazz eine 26 jährige Frau ist, die durch die Sprecherin den Stimmencharakter eines 16 jährigen, pubertären Mädchens bekommt. Einige Geschehnisse passen nicht zur Stimme.
Frau oder Mädchen ist halt ein Unterschied. Das macht leider vieles von der Atmosphäre kaputt die Jazz umgibt. Man hat ein wenig das Gefühl das versucht wurde mit dem Hörbuch ein jüngeres Publikum anzusprechen und die vielen technischen Einflüsse abzumildern. Entweder gehöre ich dann nicht zur Zielgruppe dieser Hörbuchproduktion oder die Stimme -aber ansonsten tadellose Performance- von Gabrielle Pietermann passt leider nicht zur Hauptfigur.

Artemis ist nicht „Der Masianer“ und kommt da auch nicht heran. Andy Wier hat hier eine andere Richtung gewählt, die er konsequent umgesetzt hat. Wer eine Marsianer-Fortsetzung erwartet, sollte sich etwas anders aussuchen.
Wer aber eine Sciencefiction-Story sucht, die zumindest als Hörbuch eine Mischung zwischen Hanna Montana und Mondbasis Alpha ist der kann hier bedenkenlos zugreifen. Ich habe mich sehr unterhalten gefühlt aber auch nicht mehr. Ich würde zwar das Hörbuch aufgrund der doch recht mädchenhaft anmutenden Stimme von Gabrielle Pietermann, eher jugendlichen Hörern als dem erwachsenen Sci-Fi-Chanel-Abonnenten empfehlen. Jedoch ist Alter alleine kein Ausschlußkriterium.

Sonntag, März 25

[Rezension] Mein Bullet Buch: Planen, ordnen, notieren von David Sinden

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Flexobroschur: 224 Seiten
Verlag: Mosaik
Erscheinungstermin: 19. März 2018
ISBN-10: 3442393345


Die Begeisterung für die Bullet-Journal-Idee ist weltweit riesig. Die Mischung aus handschriftlichem Kalender, Tagebuch, To-do-Liste und Ideenkladde ist genial und überzeugend. Wenn nur der hohe Aufwand nicht wäre: Selber eine Struktur anlegen, Jahres-, Monats- und Wochenübersichten zeichnen, Themen ausdenken und Listen schreiben ... Dieses Buch bietet den perfekten Start für alle, die es leichter haben wollen! Alle Kalenderseiten sind vorbereitet, außerdem etliche Listen und Themenseiten, viele Ideen und Anregungen zur individuellen Weitergestaltung. So steht der kreativen Ordnung nichts mehr im Weg!
David Sinden hat bildende Kunst studiert. Er arbeitet als Kunstlehrer, Designer, Kinderbuchautor, Illustrator und TV-Produzent.

Total einladend wirkt die Aufmachung dieses handlichen Buches. Auf dem Hintergrund, der an Cardstock erinnert sind viele bunte Punkte, die alles schön auflockern. In der Mitte sieht man einen großen, weißen Kreis, auf dem sich Buchtitel und Autorenname befinden. Dies alles wirkt sehr modern und gefällt mir sehr gut.

Seit kurzem spiele ich mit dem Gedanken ein Bullet-Journal zu führen. Nachdem ich nun einige Ideen habe, versprach ich mir von diesem kleinen Büchlein die perfekte Vorlage, um mich mit dem Aufbau und der Strukturierung auseinander zu setzen. Besonders um es mir für meinen ersten Bullet-Versuch ein wenig zu erleichtern, da hier die Seiten vorbereitet sind und man quasie nur noch eintragen muss, hat mir die Entscheidung für dieses Buch abgenommen.

Nun, nachdem ich es ein wenig geführt habe, ist meine Meinung doch ehr zwiegespalten.

Fangen wir mit dem an, was mir gut gefällt:
Das Buch hat ein tolles Format mit flexiblem Einband, was ich sehr mag. Es ist groß genug um gut darin schreiben zu können aber auch handlich genug, um es in der Handtasche problemlos mitzunehmen.
Die einzelnen Seiten sind gut aufgebaut und bieten gemessen an dem Format viel Platz zum ausfüllen. Überall finden sich kleine Doodels, die zum anmalen perfekt geeignet sind. So kann man ein wenig mehr personalisieren, wobei es auch so schon sehr hübsch ist.
Das Papier hat eine angenehme Stärke und eignet sich gut um mit Kugelschreiber oder Fineliner beschrieben zu werden.
Auch gibt es keinen besonderen Zeitpunkt um mit dem Bullet Buch zu beginnen. Da die Monate undatiert sind, ist es möglich direkt loszulegen, auch wenn es mitten im Jahr ist.
Durch das farblich passende Lesebändchen findet man schnell eine bestimmte Seite.
Jeden Monat gibt es neue „Spezialseiten“ zu entdecken, auf denen man Wünsche, Reiseziele oder auch Erinnerungen festhalten kann. Ebenso findet man immer wieder nützliche Anregungen für Listen jeglicher Art. Da hier oft der Platz knapp ist, muss man sich hier schon ein wenig beschränken bzw. sollte hier mit Bleistift schreiben, um diese zwischendurch überarbeiten zu können.

Was sich für mich als schwierig herausstellte ist das Monats- und Wochenplaner nicht zusammenhängend sind sondern sich die Monatsübersichten mit unterschiedlichen einzelnen Themen bündeln und die Wochenübersichten fürs ganze Jahr am Ende des Buches zu finden sind.
Ebenso gibt es nur eine Tagesübersicht, was sich mir ehrlich gesagt überhaupt nicht erklärt.
Auch einen Tracker gibt es nur passend für einen Monat. So hat man leider über das Jahr keinerlei Vergleichsmöglichkeit.

Das Bullet Buch bietet so für mich keine Möglichkeit es wirklich komplett als Bullet-Journal zu nutzen, einfach weil mir Tagesplaner fehlen und es so für mich nicht praktikabel ist. Als Journal für bestimmte Dinge -in meinem Fall als Tier-Journal, wo ich bestimmte Dinge festhalten kann- finde ich es allerdings ganz gut.
Ebenso glaube ich das sich dieses Buch toll als eine Art Hausaufgabenheft für Schüler eignet. Da hier durch die getrennten Monats- und Wochenübersichten gut zu trennen ist, wo Hausaufgaben stehen und wie man sich seine Freizeit einteilen kann bzw. welche Termine anstehen.
Die Seiten, die monatlich fürs Finanzielle angelegt sind bieten für Erwachsene mit vielen verschiedenen Ausgaben ehr wenig Platz, für Kinder bzw. Jugendliche, die einen Überblick über ihr Taschengeld behalten möchten ist es hingegen ideal.

Das Bullet Buch hat tolle Ideen und eine schöne Aufmachung. Möchte man intensiv Dinge festhalten, hat viele Termine oder möchte im Design frei sein, würde ich hier abraten.
Toll geeignet empfinde ich es allerdings für sein Kind. Hausaufgaben, Freizeitaktivitäten und Taschengeldplaner haben gut Platz und bieten so den jüngeren eine Möglichkeit eigenverantwortlich eine Übersicht über die wichtigsten Dinge zu führen. Als Schülerkalender also gerne, als normales Bullet-Journal, als das es angepriesen wird kann ich hier leider nicht mehr Sterne geben.



Donnerstag, März 15

[Rezension] Gestalte dein Journal mit der Bullet-Methode von Jasmin Arensmeier

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Broschiert: 192 Seiten
Verlag: Südwest Verlag
Erscheinungstermin: 5. März 2018
ISBN-10: 3517096849


Kreativ planen

Fertig gestaltete Kalender bieten eine einfache Lösung, seine Termine zu planen, sind aber nur wenig individuell, absolut unflexibel und auf keinen Fall kreativ. Da hilft nur, selbst zum Stift zu greifen und einen Planer ganz nach den eigenen Bedürfnissen anzulegen. "Journaling" heißt diese sensationelle Methode: Damit hat man nicht nur alle Termine und To-dos im Blick, sondern hält auch Gedanken und Ideen fest. So werden aus Tagträumen und guten Vorsätzen ganz einfach konkrete Ziele, die man Schritt für Schritt in die Tat umsetzt - sei es eine gesündere Ernährung, die Karriereplanung oder das große und kleine Glück zu finden. Dieses Buch zeigt mit inspirierenden Bildern, wie man das zauberhafte Journal aufsetzt und seinen eigenen Stil findet, welche Themenseiten interessant sind und welche Gestaltungsmöglichkeiten einen wunderschönen, persönlichen Begleiter entstehen lassen.
Jasmin Arensmeier ist selbstständige Konzepterin, Autorin und Bloggerin mit ihrem Blog www.teaandtwigs.de, bei dem sich alles um die Themen Lifestyle, Achtsamkeit und Design dreht. Seit 2015 lebt und arbeitet die deutsche Freiberuflerin in London und strukturiert ihren Alltag als Kreative selbst mit dem Bullet Journal. Der erfolgreiche Blog wird von einem YouTube Channel flankiert, der mehr als 78.000 reguläre Abonnenten erreicht.


So einfach, so passend und so inspirierend kann ein Cover sein: Man nehme sein Bullet-Journal, ein wenig Deko, ein paar Schreibmaterialien und bekommt ein Bild, das den Inhalt des Buches wohl nicht passender hätte wiedergeben können. Sehr gelungen und einladend.

Schon seit Jahren führe ich einen Kalender und liebe es Listen und Ähnliches anzulegen. Um tolle Schreibmaterialien kann ich keinen Bogen machen und so sprach mich die Idee des Bullet-Journals absolut an.
Die Möglichkeit hier nicht auf Kalendervorlagen beschränkt zu sein sondern viel freier gestalten zu können und nicht auf das Thema „Zeitplanung“ Bezug nehmen zu müssen war absolut meins.
Aber wie fängt man an? Was braucht man? Und vor allem, wie baut man so ein Bullet-Journal am besten auf?

Jasmin Arensmeier setzt mit ihrem Buch genau da an. Nachdem ein wenig Grundwissen vermittelt wurde, geht es auch schon los.
Sie zeigt verschiedene Methoden auf, gibt Tipps zur Gestaltung und schenkt Inspiration. Denn wichtig beim BuJo: Richtig ist, was gefällt und für einen selber funktioniert. Es gibt kein „Richtig“ oder „Falsch“.
Man findet Anregungen, die helfen den richtigen Stift für dich zu finden oder auf was man bei der Wahl seines Papiers achten sollte oder wie man sich einen fehlenden Stiftehalter ganz leicht selber bastelt.
Alles ist ganz einfach erklärt und so formuliert als würde die Autorin direkt gegenüber sitzen und in einem netten Plausch ihre Tricks verraten. Es liest sich also wirklich flüssig und angenehm und vor allem, was mir bei einem solchen Buch extrem wichtig ist, ohne den Zeigefinger zu erheben und eine einzige Marschrichtung für die einzig richtige auszugeben.

Hat man also Stifte, Notizbuch und evtl. andere Dinge die man nutzen möchte zusammen, sollte man dringlichst noch einmal durch das Buch blättern. Warum? Ganz einfach: Die Bilder, die hier abgebildet werden bilden einen riesigen Ideenpool für eigene Listen oder Tracker und Gestaltungselemente.
Das führt in meinem Fall auch dazu, dieses Buch immer in der Nähe meines BuJo´s zu haben, weil es einfach ist, hier eben fix nach einer schönen Schriftart oder einem Tipp für Dieses oder Jenes zu schauen. Auch das handliche Format läd zum „benutzen“ ein. Es nimmt auf dem Schreibtisch dank seiner Größe nicht zu viel Platz weg und da es nicht zu fest gebunden bzw. geklebt wurde kann man es gut aufgeschlagen liegen lassen.

Ich bin echt froh dieses Buch zu besitzen und kann nur jedem empfehlen sich die Leseprobe anzuschauen und sich einen Eindruck zu machen.
Für mich die geballte, toll formulierte und inspirierende Hilfe für´s eigene Bullet-Journal.


[Rezension] Die Feuerdiebin (Der graue Orden 2) von Arthur Philipp

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Broschiert: 576 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag
Erscheinungstermin: 19. Februar 2018
ISBN-10: 3734161231



Auf der Suche nach ihrer Vergangenheit rettet sie die Zukunft.

Feja hat sich vom grauen Orden und seinen Intrigen abgewandt und ist auf der Flucht. Doch nicht nur die grauen Magier jagen sie, sondern auch die Soldaten des Königs und seine Feuermagier, da sie den Kronprinzen ermordet haben soll. Während sich alle auf die Verfolgung der jungen Magierin konzentrieren, setzt der Abot des grauen Ordens einen Plan in Gang, der die grauen Magier wieder zu alter schrecklicher Macht führen soll. Er ahnt nicht, dass ausgerechnet Feja dazu ausersehen ist, ihn aufzuhalten

Arthur Philipp (geb. 1965) ist das Pseudonym eines erfolgreichen deutschen Autors. Er stammt aus einer Familie von Seefahrern und verbrachte den größten Teil seiner Kindheit an der Nordsee. Heute lebt er in Mainz und ist als Journalist, Kabarettist und – natürlich – Autor tätig.


Ebenso gelungen wie das Cover zum ersten Band der Reihe ist auch Dieses. Bei diesmal rotem Hintergrund sieht man die Silhouette eines Waldes. Titel, Autorennamen und Schnörkel in Weiß lockern den großen Schwarzanteil noch auf. Insgesamt wieder sehr ansprechend gestaltet.

Um hier den ersten Teil nicht zu spoilern verzichte ich darauf etwas über den Inhalt zu schreiben.

Knapp ein Jahr nach dem Ende des ersten Teils geht die Geschichte um Feja weiter. Der jungen Magierin, die bereits ihren Mut und ihr Geschick unter Beweis stellen musste und mich mit ihrer Art schnell auf ihre Seite ziehen konnte. Man merkt ihr deutlich an, das sie an ihren Aufgaben gewachsen ist, denn sie wirkt etwas reifer, besonnener und geht mehr auf die Meinung anderer ein. Mir gefällt ihre Entwicklung und das sie nach wie vor um ihre Freunde kümmert.

Die Vielzahl der Charaktere, die man schon kennt, wurde hier noch um einige mehr bereichert. Auch zur Auffrischung der Erinnerungen gibt es im Anhang ein Namensverzeichnis, das mir an dieser Stelle sehr geholfen hat.
Nicht alle Charaktere sind sehr tief ausgearbeitet, doch bleiben – auch bei kleineren Rollen – recht authentisch, was mir an der Protagonistin auch sehr gefällt.

Da hier kein ausschweifender Weltenaufbau mehr betrieben werden muss, nutzt Philipp die Möglichkeit sich vermehrt der Magie zu widmen. Es hat Spaß gemacht hier mehr zu erfahren und sich weiter in die Kräfte hineinzulesen.
Ebenso wird die Geschichte des Landes ein wenig mehr beleuchtet, was grundsätzlich interessant war, da so einige Zusammenhänge besser verstanden werden konnten.

Was mir leider weniger gefallen hat waren die Längen, die sich hier und da eingeschlichen haben. Typischer zweiter Band? Möglich! Zumindest hatte ich während des Lesens immer mal wieder den Gedanken gehabt, das sich die Situation grade ins gefühlt Endlose ausweitet.
Hier hätte ein bisschen mehr Straffung der Spannung sehr gut getan.

Rein vom Schreibstil her kann ich aber nichts negatives sagen, ganz im Gegenteil. Es liest sich flüssig und anschaulich. Man konnte sich gut in die Geschichte fallen lassen und auf sich wirken lassen.

Auch wenn dieser Teil für mich schwächer ist, als der erste Band, konnte er mich unterhalten.

Ein paar Längen lassen „Die Feuerdiebin“ ein wenig hinter die Erwartungen rücken. Dennoch ein solider mittlerer Teil, der Vorfreude auf die Fortsetzung macht.