Samstag, Juli 15

[Rezension] Die Frauen von Salem von Brunonia Barry


Taschenbuch: 608 Seiten
Verlag: btb Verlag
Erscheinungstermin: 13. Juni 2017
ISBN-10: 3442714362




Salem, Neuengland: drei tote Frauen, ein kleines Mädchen als Augenzeugin und eine bekannte Historikerin unter Mordverdacht – ein Fall, der nie ganz gelöst werden konnte. Auf den Tag genau fünfundzwanzig Jahre nach dieser unheilvollen Nacht, an Halloween 2014, wird wieder ein Mord verübt. Erneut wird Rose Whelan verdächtigt, der man damals jedoch nichts nachweisen konnte. John Rafferty, Polizeichef in Salem, untersucht den aktuellen Fall und rollt im Zuge der Ermittlungen auch diesen berühmtesten Cold Case der Stadt wieder auf. Callie Cahill, das Mädchen, das damals verschont wurde und später Salem verließ, erfährt aus dem Fernsehen von dem Mord – und kommt zurück in ihre Heimatstadt, denn sie muss beweisen, dass Rose nicht die Täterin sein kann. Rose, die Frau, bei der sie aufwuchs, die ihr einst so nahe stand. Sie kann es einfach nicht gewesen sein – weder damals noch heute. Oder etwa doch?


Brunonia Barry, geboren und aufgewachsen in Massachusetts, studierte Literatur am Green Mountain College in Vermont und an der University of New Hampshire. Sie verbrachte ein Jahr in Dublin, um sich intensiv mit James Joyces Meisterwerk »Ulysses« zu befassen. Barry war Mitbegründerin der Portland Stage Company und arbeitete jahrelang als Drehbuchautorin in Kalifornien. Inzwischen lebt Brunonia Barry mit ihrem Mann in Salem, Massachusetts. Ihr Romandebüt »Die Mondschwimmerin«, das sie zunächst im Selbstverlag publiziert hatte, wurde dank Mundpropaganda ein sensationeller Erfolg. Es wurde in über 20 Länder verkauft und stand wochenlang auf den ersten Plätzen der New York Times Bestsellerliste.


Relativ unaufgeregt zeigt sich „Die Frauen von Salem“, bei dem der Focus des Titelbildes auf den Händen einer jungen Frau oder eines Mädchens liegt, die vor ihrem einfachen, blauen Kleid Blütenblätter fallen lässt. Der Titel sowie der Name der Autorin fügen sich dieser ruhigen Atmosphäre und halten sich schnörkellos und in weiß.

Ein viertel Jahrhundert ist seit den drei Morden in Salem vergangen und schon wieder wird Rose Whelan verdächtigt jemanden umgebracht zu haben. Da die Fälle vor genau 25 Jahren nicht aufgedeckt wurden mausert sich das derzeitige Geschehen schnell zur Hexenjagd.
Damals nahm Rose die fünf jähriege Callie Cahill bei sich auf und versuchte ihr so die Mutter, eines der drei Todesopfer, zu ersetzen.
Als Callie erfährt, das auch diesmal ihre Ziehmutter in Verdacht steht, reist sie zurück nach Salem um zu beweisen, das Rose diese Taten nicht begangen haben kann.

Auch wenn sich der Klappentext wie ein Krimi liest, ist „Die Frauen von Salem“ gespickt mit Mythologie und Übersinnlichem. Die Morde stehen stehen zwar im Zentrum des Geschehens, nehmen aber nicht den Großteil der Handlungen ein, da Rafferty, der neue Polizeichef mit seinen Ermittlungen weit in der Vergangenheit nach Zusammenhängen zwischen den Taten sucht.

Callie gefällt mir als Charakter ganz gut. Sie hat noch immer sehr mit dem Mord ihrer Mutter zu kämpfen, ist sonst aber eine sympathische junge Frau.
Auch der Ermittler John Rafferty wird überzeugend dargestellt und man merkt, wie viel Mühe sich die Autorin mit der Charakterzeichnung gemacht hat.

Ebenso gut kann man sich Salem vorstellen. Das Esoterisch-Übersinnliche, das sich durch die ganze Geschichte zieht empfindet man auch wenn man sich den Ort vorstellt. Man hat den Eindruck, die Hexenjagden und Traditionen der Vergangenheit sind auch heute noch präsent und werden besonders an Halloween sehr deutlich.

Barry´s Schreibstil ist mir weder als besonders positiv noch als negativ aufgefallen. Ich mochte zwar die Art, wie sie die Stimmung in Salem transportiert, jedoch habe ich auf den gut 600 Seiten auch hier und da Passagen gehabt, in denen ich mich selber daran erinnern musste nicht quer zu lesen, da sie doch über Längen verfügen.

Für „Die Frauen von Salem“ sollte man einen gewissen Fable für Übersinnlichkeit und die Hexengeschichten von Salem mitbringen, da diese Thematik sich durch die gesamte Geschichte zieht. Auch findet man hier wesentlich weniger spannenden Krimi, als der Klappentext vermuten lässt. Wer hier aber Interesse hat, wird belohnt mit einem schlüssigen und überraschenden Ende.


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