Freitag, Juli 14

[Rezension] Das Erdbeermädchen von Lisa Stromme



Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungstermin: 13. Juni 2017
ISBN-10: 345341974X


Neben der tiefsten Finsternis strahlt oft das hellste Licht

Sommer 1893. Die Bewohner von Åsgårdstrand, einem malerischen Fischerdorf an der norwegischen Küste, bereiten sich auf die Ankunft ihrer reichen Sommergäste vor. Die junge Erdbeersammlerin Johanne soll den Sommer über als Dienstmädchen im Hause des Admirals Ihlen arbeiten. Johanne freundet sich mit Tullik, der impulsiven Tochter des Admirals, an. Als diese eine verbotene Affäre mit dem noch unbekannten Edvard Munch beginnt, der geächtet am Rande des Dorfes lebt, drohen ihre Freundschaft und der bürgerliche Friede in Asgardstrand daran zu zerbrechen.

Lisa Strømme, geboren 1973, stammt aus Yorkshire und studierte an der University of Strathclyde in Glasgow. Mit ihrem norwegischen Ehemann und zwei Kindern lebt sie in der Nähe von Åsgårdstrand, dem Küstenort, in dem Edvard Munch ein Sommerhaus hatte. Hier spielt Das Erdbeermädchen, Lisa Strømmes erster Roman.


Das Cover zu „Das Erdbeermädchen“ nimmt seinen Betrachter gefühlt direkt mit in eine vergangene Zeit. Das Mädchen, das abgebildet ist trägt ein weißes Kleid und läuft vom Betrachter weg. Das Bild selber wirkt dabei wie ein Foto, das auf altem Papier gedruckt und schon einige Zeit dem Licht ausgesetzt ist.

Eine leichte Sommerlektüre erwartend habe ich mich in dieses Buch fallen lassen. Dort lernte ich Johanne kennen, ein Mädchen aus Åsgårdstrand das mit ihrer Familie in eine kleine Fischerhütte zieht um den ankommenden Gästen das Haus überlassen zu können.
Hans Heyerdahl, der als Urlauber in den Ort kommt malte Johanne bereits als Erdbeermädchen – einen Namen, den sie dank ihrer Arbeit schon vor dem Gemälde inne hatte, denn sie sammelt und verkauft Früchte.
Die junge Frau begegnet aber auch einem anderen Maler. Edvard Munch ist allerdings nicht hoch angesehen. Dennoch malt und fördert er Johanne, die sich selber in der Malerei versucht.
Als Tullik, eine Freundin, welche das Erdbeermädchen durch ihre Arbeit kennengelernt hat, sich in eben genau diesen Maler verliebt nimmt die Geschichte rund um die drei Personen Gestalt an.

Wie ich schon erwähnt hatte, habe ich eine lockere Lektüre erwartet, die mich in Sommerstimmung versetzt. Was mir dieses Buch aber gegeben hat war weitaus düsterer, als ich erwartet und letzten Endes leider auch nicht so spannend, wie ich mir im Verlauf erhofft hatte.
Die Liebesgeschichte zwischen Tullik und Munch steht unter keinem guten Stern und auch die Freundschaft der beiden Frauen erleidet Risse.

Die Charaktere werden für mich nicht zugänglich genug und bleiben leider recht oberflächlich, wodurch mir die emotionale Ebene deutlich zu kurz kommt und ich nicht wirklich mit den Personen mitfühlen kann. Schade ist dies vor allem, da sich die Geschichte im Hauptaugenmerk auf Johanne, Munch und Tullik beschränkt und diese bestimmt mehr Profil hätten bekommen können.

Die Malerei ist ein großes Thema in „Das Erdbeermädchen“. Nicht nur durch die Personen, auch durch die real existierenden Gemälde, die Erwähnung finden und vor allem durch Johannes Denkweise. Sie denkt in Farben und setzt sich im Kopf Situationen farblich um. Diese Denkweise ist angenehm, wenn man mit ihr die Umgebung erkundet, wird aber leider auf die Dauer etwas zu viel.

Was mich auch zum straucheln brachte war leider der Schreibstil der Autorin. Er wirkte auf mich nicht flüssig und eingängig. Zum Teil verstrickt in Details änderte sich der Erzählstil schnell wieder und es wurde über Gegebenheiten wegerzählt.
Auch der Spannungsbogen fehlte mir, da diese Geschichte – unabhängig von meinen Erwartungen an das Buch – doch das Potential für eine gewisse Priese Spannung bereit gehalten hätte. So dümpelte die Story für mich leider ein wenig vor sich hin und packte mich nie richtig.

Das Erdbeermädchen ist ein Buch, das für mich leider nicht funktioniert hat. Zu gering ist mein Interesse an der Malerei. Was im Umkehrschluss aber auch bedeutet, das ich mir gut vorstellen kann, das jemand, der sich mit Malerei auskennt, vielleicht selber eine Passion fürs Malen hat, seine Freude an den ausschweifenden Umschreibungen für Farben und Bilder hat.


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