Montag, April 3

[Rezension] Drei Meter unter Null von Marina Heib




Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungstermin: 6. März 2017
ISBN-10: 3453271114




Sie beobachtet ihre Opfer. Sie plant ihre Morde. Nichts will sie dem Zufall überlassen. Sie schlägt den Weg der Gewalt jedoch nicht ohne Grund ein. Ihr Leben lang bemühte sie sich um ein normales Leben. Doch die Hülle der Normalität umschloss eine tiefe Verzweiflung, die sie zu verbergen wusste. Bis zu einem nebligen Donnerstag im November. Dem Tag, an dem sie beschließt, eine Mörderin zu werden. Sie will die Dämonen vernichten. Sie will Rache. Sie empfindet kein Mitleid. Sie sollen leiden. Genau wie sie.

Autor
Marina Heib wurde in St. Ingbert im Saarland geboren. Nach ihrem Studium der Orientalistik und Philosophie ging sie 1988 nach Hamburg, wo sie als Journalistin für mehrere Publikumszeitschriften tätig war. Seit 1998 arbeitet sie als Drehbuchautorin fürs Fernsehen. Von Marina Heib sind bislang fünf Kriminalromane, ein Thriller sowie diverse Kurzgeschichten erschienen.

Fasziniert euch ein dunkles Cover eines Thrillers genauso wie mich? Nahezu komplett schwarz ist dieser Schutzumschlag, nur ein paar hellere „Lichtreflexe“ deuten Stufen an, die nach oben führen und auf denen der Buchtitel zu lesen ist. Zurückgehalten und sehr atmosphärisch wirkt diese Illustration und schafft damit eine tolle Grundstimmung um sich in Thrillerlaune zu bringen.


Als ich dieses Buch in den Händen hielt, wollte ich direkt loslegen es zu lesen. Der Klappentext baute schon eine so große Neugier auf, das ich kaum warten konnte. Und dennoch habe ich etwas anderes gefunden, als ich erwartet habe.

Aus der Sicht der Protagonistin, deren Name nicht erwähnt wird, wird dieser Thriller in der Ich-Perspektive erzählt. Die junge Frau wird nach jahrelangen Versuchen ein normales Leben zu führen von ihren Rachegelüsten übermannt und begibt sich auf die Jagd.
Dabei geht sie taktisch und durchdacht vor. Die Menschen, die ihr Leid angetan haben, sollen selber leiden. Das macht sie unmissverständlich klar.

Anfangs habe ich gedacht, die Hauptperson ist eine ziemlich kranke und abgebrühte Mörderin, sie wirkte unnahbar, kaum greifbar und war immer ein wenig wie ein Schatten. Das ihr Name nicht gefallen ist, hat dieses Gefühl für mich noch verstärkt.
Eine Wendung, die ich so überhaupt nicht erwartet habe, brachte dann aber ein wenig Licht ins Dunkel. So viel Licht, das ich sie nicht mehr als die Psychopathin gesehen habe, die ich meinte kennengelernt zu haben sondern sogar Verständnis aufbrachte.

Heib´s Schreibstil unterstützt dabei sehr gut die zwei Welten, in denen sich die Protagonistin bewegt. Szenen aus ihrer Kindheit werden ausschweifend und wunderbar erzählt. Man empfindet diesen Wohlfühl-Charakter mit, die nostalgische Gedanken in einem auslösen.
In der Gegenwart, der Zeit der Jägerin mit düsterer Seele werden die Sätze komprimierter. Fast schon abgehackt und recht emotionslos. Anfangs hat mich dieses hin und her ziemlich verwirrt, und auch die Längen, die sich besonders zu Beginn eingeschlichen haben, haben in mir manchmal das Gefühl aufkeimen lassen, „Drei Meter unter Null“ doch wieder zur Seite zu legen doch im Laufe des Buches habe ich gemerkt, wie diese Wechsel auf mich gewirkt haben und mich schnell in eine gewisse Lesestimmung und somit auch in jeweils wechselnde Lesetempi gebracht haben. Dann konnte ich das Buch auch nicht mehr zur Seite legen und wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht.



Heib hat einen großen Thriller geschrieben, der durchhaltende Leser mit einer ungeahnten Wendung und enorm viel Spannung belohnt. Nie war mir eine Protagonistin so fremd und hat mich doch so mitgezogen.  


1 Kommentar:

  1. Noch ein Thriller von meiner Wunschliste, der aber drauf bleiben darf. Ich bin schon wahnsinng neugierig auf die Geschichte!
    Liebe Grüße
    Martina
    http://martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

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