Dienstag, März 28

[Rezension] Demut von Mats Olsson



Broschiert: 736 Seiten
Verlag: btb Verlag
Erscheinungstermin: 27. Februar 2017
ISBN-10: 3442714648



Das hatte er sich anders vorgestellt: Harry Svensson, Exreporter einer Stockholmer Zeitung und angehender Kneipenwirt, hat sich in Malmö mit einer Weinhändlerin verabredet – doch aus der gemeinsamen Nacht wird nichts. Ulrika Palmgren überlegt es sich im letzten Moment anders und setzt ihn vor die Tür. Statt speziellen Sex gibt‘s ein lädiertes Ego und eine gebrochene Nase. Als er notdürftig verarztet in sein Hotel zurückkehrt, entdeckt er im Nachbarzimmer, dessen Tür lediglich angelehnt ist, den bekannten Blues-Sänger Tommy Sandell, der seinen Rausch ausschläft – neben ihm die Leiche einer Frau. Die Ermittlungen der Polizei in dem Mordfall wollen nicht so recht vorankommen. Nur eins ist sicher: der Musiker war es nicht. Svensson betreibt derweil seine eigenen Recherchen. Als es wenig später in Göteborg zu einem ähnlichen Fall kommt, ist Harry Svensson sich sicher, dass man es mit einem Serienmörder zu tun hat …

Autor
Mats Olsson (geboren 1949) ist einer der bekanntesten Journalisten Schwedens. Er arbeitet als Sportreporter, Musikkritiker und Auslandskorrespondent. Momentan lebt er in New York. Olsson ist vielfach preisgekrönt für seine journalistischen Texte, er ist darüber hinaus der schwedische Übersetzer von Joseph Wambaugh, Robert Caris und James Lee Burke. DEMUT ist sein Krimidebüt und Start einer Serie um den ehemaligen Journalisten Harry Svensson.


Ich finde das Cover für einen Thriller äußerst ansprechend. Der Hintergrund sieht wie der Kopfteil eines Bettes oder die Rückenlehne eines Sofas und hat eine tolle Schattierung. Darauf ist in großen, schlichten Buchstaben der Buchtitel gedruckt. Titel sowie einige andere Elemente sind leicht erhaben und glänzen, was einen schönen Kontrast zu dem sonst matten Bucheinschlag gibt. Ein Cover das mich in seiner Schlichtheit absolut anspricht.


Nach dem schicken Cover hab ich sofort den Klappetext gelesen und war Feuer und Flamme für dieses Buch. Grade da ich in letzter Zeit absolut in Laune für Thriller war, hab ich mich auf einen über 700-Seiten-Klopper gefreut, der mich absolut fesselt und wo sich eine Spannungsspitze mit der nächsten abwechselt.
Leider habe ich das so nicht in Demut gefunden.
Aber fangen wir vorne an: Der Einstieg in die Story gelingt sehr gut, da die Schreibart, die Mats Olsson an den Tag legt einfach und gut bekömmlich ist. Er schreibt, wie man auch sprechen würde, was mir persönlich an so einem Wälzer recht gut gefällt, da man so an sich nicht das Gefühl hat, man müsse sich den Text erarbeiten.
Doch ist man erst einmal angekommen, bemerkt man schnell die Längen, die sich eingeschlichen haben und das Buch fängt trotz der entgegenkommenden Wortwahl an zäh zu werden.

So fährt Protagonist Harry zum Beispiel enorm viel umher, was bei mir an manchen Stellen dafür gesorgt hat, das ich nicht mehr wusste, wo er jetzt überhaupt ist. Das ich da nicht ganz bei der Sache war, war leider die Folge der Längen und fehlenden Spannung.
Harry hat mir als Protagonist auch nur bedingt gefallen. Zwar hat man durch die Perspektive, in der die Geschichte spielt einen guten Einblick in seine Person, aber richtig warm bin ich mit ihm nicht geworden.
Dennoch wirkt er recht realistisch, hat Ecken und Kanten, die ihn menschlich machen, was ich im großen und ganzen gut gelungen finde. Jedoch scheint es zwischendurch, das es dem Autor mehr darum ging seinen Protagonisten darzustellen statt ihn in der Handlung vorankommen zu lassen, was auch wieder sehr für Längen gesorgt hat statt Spannung aufzubauen.



Auch wenn Demut mir nicht so sehr gefallen hat glaube ich das Mats Olsson noch gute Bücher schreiben wird und mir vielleicht sogar die weiteren Teile dieser Krimi-Reihe gefallen könnten, wenn der Protagonist erst einmal beleuchtet wurde und sich der Fokus des Autoren mehr auf die Handlung beschränkt.  


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