Dienstag, März 28

[Rezension] Ausgerechnet Muse von Carola Wolff

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Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: fabulus Verlag
Erscheinungstermin: 17. Februar 2017
ISBN-10: 3944788435
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre



Die 17-jährige Apollonia Parker will frei und ungebunden sein. Sie träumt davon, mit ihrem Motorrad Bonnie durch Schottland zu fahren. Allerdings verfügt sie über eine Gabe, die sie besonders hasst: Sie ist wie ihre Mutter eine Muse. Apollonia hat aber keine Lust, sich an einen Künstler zu binden, diesen zu inspirieren und zu hätscheln. Als der junge, äußerst begabte Singer-Songwriter Nick ihr einen Song widmet, verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn. Nick ist von Apollonias Fähigkeiten ganz hingerissen. Doch der habgierige Konzernchef Viktor Tyrell ist gegen diese Verbindung. Er will Apollonias Gabe für seine Zwecke nutzen ― und setzt die schwarze Muse Velika auf Nick an. Gelingt es Apollonia am Ende, ihren Freund aus deren Fängen zu befreien?

Autor
Carola Wolff lebt in Berlin, zusammen mit Stapeln ungezogener Bücher, die überall herum lümmeln und einer extensiven Sammlung literarischer Teebecher.
Sie ist gelernte Buchhändlerin, hat einen BA in englischer Literatur und ein Faible für alles Britische.
Als Autorin, die sowohl bei Verlagen als auch als Selfpublisherin veröffentlicht, hat sie den zweiten Platz beim Autoren@LeipzigAward erreicht, war auf der Auswahlliste des Leserpreises von LovelyBooks vertreten und gewann einen Fanfiction-Preis.
In ihren Romanen und Geschichten tummeln sich u.a. eine erfolglose Selbstmörderin (Mein erster Selbstmord), ein im Park ausgesetzter Mann (Ein Mann zum Mitnehmen), ein verliebter Teufel (Ladies Night) und sprechende Raben (Ausgerechnet Muse).
Wenn Carola nicht gerade völlig selbstvergessen ihre Computertastatur bearbeitet, kann man sie in Buchläden beim verzückten Schnüffeln an frisch Gedrucktem erwischen oder in Papeterien auf der Jagd nach schönen Notizbüchern beobachten.
Ihr größter Wunsch: eine Handtasche, die innen drin so groß ist wie die Tardis (ja, sie ist ein großer Doctor Who Fan).
Wer mehr über sprechende Raben und magische Musenküsse wissen möchte, der sei hiermit herzlich eingeladen, Carola auf Twitter, Facebook oder ihrer Homepage www.carolawolff.de beim Schreiben zu begleiten.


Ausgerechnet Muse wirkt auf den ersten Blick recht düster. Das fast Schwarze Cover wird durch Lichtreflexe aufgehellt und lässt mittig ein finster schauendes Mädchen erkennen. Auf ihrer Schulter sieht man die Silhouette eines Gitarre-Spielers und über ihrem Kopf einen großen Raben, der schützend seinen Flügel um das Mädchen zu legen scheint. Der Buchtitel ist leicht erhöht und hebt sich in strahlendem Weiß stark vom Untergrund ab.
Der Fabulus-Verlag hat auch hier wieder einen farbigen Buchschnitt, der mir ja schon bei anderen Büchern so gut gefallen hat. Hier erstrahlt er in einem satten Orange.


Der Klappentext hat mich sofort neugierig auf Ausgerechnet Muse gemacht, denn über Musen habe ich bisher noch nichts gelesen und das wurde höchste Zeit.

Wie sich das Dasein einer Muse auf das Leben der Menschen um sie herum auswirkt, erfährt man abwechselnd aus der Sicht der Muse Apollonia und des Singer-Songwriters Nick.
Diese Wechselperspektive hat mir sehr gefallen, da man sowohl die Muse so sehr gut kennenlernt und einen tiefen Einblick in ihr Wesen hat aber eben auch in das Leben, das von ihr beeinflusst wird.
Als Protagonistin fand ich Apollonia sehr authentisch. Sie ist eine typische Teenagerin – ein wenig rebellisch und möchte nicht so leben wie ihre Mutter – und lässt sich oft von ihren Hormonen steuern. Sie ist einfach ein Charakter, mit dem sich Mädchen in dem Alter zu einem gewissen Teil identifizieren können.
Nick ist Musiker und hat dank Apollonia endlich die Inspiration gefunden die Schnipsel in seinem Kopf zu Songs zusammenzufügen. Auch er wirkt sehr durchdacht und nicht konstruiert.

Carola Wolff hat einen angenehmen, dem Alter ihrer Leser angemessenen Schreibstil, der zum weiterlesen verführt. Es kommen keine Längen auf, welche die Handlung unnötig ziehen, im Gegenteil: mit Witz und einem Fingerspitzengefühl für bildhafte Situationsbeschreibungen schafft sie eine Atmosphäre in der man nur so durch Ausgerechnet Muse fliegt.



Ausgerechnet Muse hat mir viel Spaß gemacht. Es ist eine kurzweilige Geschichte, mit Elementen, in denen sich jugendliche Leser sicher gut wieder finden können und an der aufgrund des tollen Schreibstils und der ungewöhnlichen Figuren bestimmt auch jung gebliebene Erwachsene ihre Freude haben.  


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