Samstag, Februar 11

[Rezension] Moonatics von Arne Ahlert




Broschiert: 576 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungsdatum: 14. November 2016
ISBN-10: 3453318145



Hippies auf dem Mond
Die nahe Zukunft: Webdesigner Darian Curtis ist ein begeisterter Globetrotter, der schon so gut wie jedes Land der Erde besucht hat. Als er eines Tages ein beträchtliches Vermögen erbt, erfüllt er sich einen lang gehegten Traum: Da die Erde aufgrund des Klimawandels und wachsender Terrorgefahr sowieso kein angenehmer Ort mehr zum Leben ist, besteigt Darian kurzerhand eine Rakete und fliegt zum Mond, um dort drei Wochen entspannt Urlaub zu machen. Es ist der Beginn des größten und verrücktesten Abenteuers seines Lebens, denn auf dem Mond geht die Party erst richtig los …


Autor
Arne Ahlert wurde 1968 in Lüneburg geboren und ist im Rheinland aufgewachsen. Er lebte insgesamt mehrere Jahre in den USA, Kanada und Australien und ist regelmäßig, vorzugsweise in Asien, als Backpacker unterwegs. Neben seinen beruflichen Verpflichtungen beschäftigt er sich mit Literatur, dem Lauf der Dinge und dem Sinn des Ganzen. Heute lebt er in Berlin-Kreuzberg. Moonatics ist sein erster Roman.




Ein leuchtendes Hotel-Schild auf dem Mond, Krater und eine atemberaubende Aussicht auf die Erde – dies alles bietet das Cover zu Moonatics. Obwohl alles in Weiß- und Blautönen gehalten ist, finde ich dieses Cover wunderschön. Es ist stimmig in sich, unterstreicht den Titel und passt bei meiner Weltraum-Sterne-Liebe absolut in mein Beuteschema.


Wenn die Welt unbewohnbar wird, weil die Menschheit mit offenen Augen in ihr Verderben gerannt ist, liegt nichts näher als die Reise zum Mond anzutreten.
Nach einer Erbschaft hat auch Darian die nötigen Mittel um sich die Fahrt dorthin leisten zu können und begibt sich auf den Weg.
Darian war mir als Protagonist ehr fremd und ich bekam nur sehr langsam eine Verbindung zu ihm, was ich sehr schade finde, denn ich glaube mit einem Charakter, auf den ich mich mehr hätte einlassen können, würden einige Situationen noch besser aufgenommen werden.

Besonders die Situationskomik, die entsteht, wenn sich völlig verrückte Leute in der Zukunft auf dem Mond nieder lassen um die Hippiezeit wieder aufleben zu lassen. Gin Tonics, Haschisch und Partys sind Teil des alltäglichen Lebens und bringen die Vergangenheit in die Zukunft.

Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Ahlert hat den schmalen Grad zwischen komplex geschrieben und dennoch unterhaltsam sein perfekt getroffen und erinnert mich vor allem wegen des intelligenten Gesamteindrucks stark an die Per Anhalter durch die Galaxis-Reihe.

Gut gelungen finde ich ebenso den Spiegel, den Ahlert der Gesellschaft mit seinem Buch vorhält, denn die Szenarien, die er aufstellt sind keinesfalls undenkbar: Ressourcenknappheit, welche die Existenz der Menschheit bedroht, das Wetter ist kein verlässlicher Faktor mehr und die Klimazonen verschieben sich ins Extreme. Was die Menschen oder zumindest der Teil der Bevölkerung die über das nötige Geld verfügen mit dieser Situation machen ist traurig und vermittelt schon jetzt ein Gefühl dafür, was kommen kann: Sie breiten sich auf einen anderen Planeten aus und lassen ihren Heimatplaneten sterben.

Alles in allem hat mir Moonatics sehr gut gefallen und ich hoffe nach dem abrupten Ende auf einen weiteren Teil zu dieser Geschichte.



Moonatics ist ein intelligent geschriebener, zukunftsdenkender Roman, der durch seinen stark humoristischen Charakter sehr unterhaltsam ist. Eine wunderbare Mischung aus Zukunftsvision und Retrogefühl.  


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