Montag, Januar 2

[Rezension] Adolf total von Walter Moers

[Anzeige enthält Werbelinks]


Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Penguin Verlag
Erscheinungstermin: 11. Oktober 2016
ISBN-10: 3328100695


Wollt ihr den totalen Adolf? Hier ist er!
Darf man sich über Nazis lustig machen? Nein, man muss! So lautete der Slogan zu Walter Moers' erstem Band „Adolf – äch bin wieder da“, mit denen der Hamburger Bestsellerautor bis heute Maßstäbe setzt in der Hitlerparodie. Ihm folgten „Äch bin schon wieder da“ und der legendäre „Bonker“. Jetzt gibt es erstmals alle Moers-Geschichten um die „Nazisau“ in einem Band – mit zusätzlichem Bonusmaterial.

Autor
Er ist der geistige Vater von „Käpt’n Blaubär“ und „Kleines Arschloch“. Walter Moers, 1957 in Mönchengladbach geboren, hat weder Kunst studiert noch eine grafische Ausbildung genossen. Dennoch gehört er seit 1985 zu den besten deutschen Comicautoren. 1994 erhielt er für das Konzept der TV-Sendung „Käpt’n Blaubärs Seemannsgarn“ den renommierten „Adolf-Grimme-Preis“. Im gleichen Jahr bemühte sich das Landesamt für Jugend und Soziales, eines der „Kleines-Arschloch“-Bücher auf den Index zu setzen. Ohne Erfolg. Mittlerweile hat sich der Zeichner mit Werken wie „Die Stadt der träumenden Bücher“ auch als Autor von Romanen und Erzählungen etabliert. Die Leser lieben seine Geschichten aus Zamonien, dem Kontinent der Fantasie – und des Humors, natürlich.




Das Cover ist Moers-typisch witzig gestaltet und zeigt eben genau das, was zwischen den Buchdeckeln auf einen zukommt: Hitler in feinster Parodie, ins Lächerliche gezogen und urkomisch. Große, die Aufmerksamkeit auf sich ziehende Schriftarten bedecken den meisten Teil des Covers. Darunter ist die Hauptperson dieses Buches abgebildet.
Wenn es auch nicht die beste Covergestaltung ist, die Blicke zieht es allemal auf sich.


Dieser Sammelband befasst sich, wie der Name schon sagt, mit Adolf Hitler. In vielen lustigen und absurden Geschichten wird er aufs Korn genommen und es wird durchweg nicht damit gegeizt ihn nach allen Regeln der Kunst zur Lachnummer zu machen.
So sieht er sich neben Göring, welcher sich nach einer Geschlechtsumwandlung prostituieren muss um seine Drogen zu bezahlen, verantwortlich für den Tod zahlreicher Prominenter und von Aliens entführt.
Ihm wird nichts erspart und das bringt Adolf Hitler das ein oder andere mal an seine Grenzen.

Lauthals schimpfend und über die Strenge schlagend versucht er vergeblich der jeweiligen Situation Herr zu werden, was hier und da auch in Fäkalsprache ausufert und daher ehr weniger für anspruchsvolle Leser gehobener Literatur gedacht ist.
Viel mehr richtet sich dieser Band an Menschen, die Adolf gerne mal selber durch den Kakao gezogen hätten und damit umgehen können das es sprachlich recht derb zugeht.
Hier befinden wir uns auch an dem für mich zum Teil schwierigen Punkt dieser Geschichten. Es wird so geschrieben, wie es ausgesprochen wird, was besonders bei Adolf grenzwertig abstrakte Worte entstehen lässt. „Jätzt ärst rächt“ verdeutlicht stark, wie er gesprochen hat, macht das reine Lesen aber zum Teil schwierig. Manche Wörter habe ich nur erkannt, indem ich sie laut ausgesprochen habe. Musste dann aber wiederum auch sehr darüber lachen, wie man darauf kommt etwas so aufzuschreiben.
Da aus Adolf´s Sicht geschrieben ist und man so auch seine Gedankengänge verfolgen kann, ist ein großer Teil des Buches eben auf diese Art und Weise verfasst.

Nichts desto trotz muss man keine Bedenken haben, Hitler sympatisch zu finden. Die Figur in diesen Geschichten sorgt -ganz getreu dem Original- sehr gut selber dafür, das so etwas wie Sympathie nicht aufkommt.

Die Zeichnungen sind typisch Moers. Seine karikaturistische Art zu zeichnen hat einen hohen Wiedererkennungswert und gibt dem „Wir machen uns über Hitler lustig“-Gedanken noch eins oben drauf.

Ich bin großer Fan dieser überspitzten Art zu zeichnen und der Kombination mit den dazu entstandenen Geschichten hat mir dieser Sammelband viele Lacher beschert.



Wer sich mit herrlich absurden Geschichten im Comic-Stil über Adolf Hitler lustig machen möchte, findet hier viel Zündstoff für Bauchschmerz-bereitende Lacher. In derber Sprache und mit einer gehörigen Portion Schwachsinn wird Adolf gehörig durch den Kakao gezogen.  


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen