Dienstag, November 15

[Rezension] Kontrolle. Macht. Tod.: Molden und die Fesseln der Angst von Klaus Schuker




Taschenbuch: 271 Seiten
Verlag: fabulus Verlag
Erscheinungstermin: 28. September 2016
ISBN-10: 3944788311



Eine schöne Frau zu quälen verschafft ihm Befriedigung. Ihren Willen zu brechen ist besser als jeder Sex. Von dieser Erkenntnis führen den Unbekannten nur wenige Schritte bis zum perfide kalkulierten Mord. Das erste Opfer ist eine Jurastudentin, das grausame Spiel beginnt. Es wird sechzehn lange, entsetzliche Tage dauern.
Wer steckt dahinter? Die Polizei tappt im Dunkeln, während der 54-jährige Privatdetektiv Molden mitten in die Ermittlungen gerät. Für seine Auftraggeberin verfolgt er Spuren, die sich als trügerisch erweisen, und verliebt sich leidenschaftlich in eine faszinierende Frau. Dabei merkt er nicht, dass er unaufhaltsam selbst in den Fokus des Mörders rückt. Und mit ihm Greta, deren bezauberndes Lachen seinen wunden Punkt berührt.

Autor
Klaus Schuker, Jahrgang 1959, arbeitete zunächst als Polizeibeamter, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Neben Krimis (»Brudernacht«, »Trau keiner Leiche«) veröffentlichte er Kurzgeschichten, Erzählungen und Filmbesprechungen. Klaus Schuker ist verheiratet und lebt in Berg bei Ravensburg.




Das Cover passt gut zu einem Psychothriller wie diesem. Auf dunkelblauem Hintergrund sieht man Lichter durch ein Fenster, als würde man in der dunklen Wohnung stehen und von außen fällt das Licht eines Autos oder Ähnlichem auf das Fenster. Einige sehr prägnante Bluttropfen zieren die weiße, blockartige Schrift des Titels.
Auffällig ist hier wieder der typisch farbige Buchschnitt des Fabulus Verlags. In leuchtendem Orange ist dieses Buch ein richtiger Blickfang im Regal.


Möchte man ein Buch mit einer möglichst authentischen Ermittlerarbeit lesen, wird man den Weg kaum um Schukers Bücher machen können. Das dieser vor seiner Autorentätigkeit Polizeibeamter war, kann man anhand des detaillierten Ermittlungsvorganges gut erahnen. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf wirkt die Geschichte noch um einiges realistischer und setzt meiner Meinung nach auch den Fokus auf diese Arbeit.

Molden ist ein Privatdetektiv mittleren Alters, der sein Handwerk kennt. Er ist routiniert im Beruf und doch gibt es diese eine Frau, die seine Aufmerksamkeit auf sich zieht und ihn somit selber in Gefahr geraten lassen.

Aber auch dem Täter wird genug Spielraum eingeräumt, damit der Thriller nicht nur von einer Perspektive erzählt wird. Recht gut wird sein perfides Handeln mit seinen Opfern dargestellt, ohne jedoch zu sehr auf seine Person einzugehen.

Ich muss zugeben, ich hatte schon recht früh eine Ahnung, wer der Täter sein könnte und ich sollte Recht behalten, dennoch hat mich das Buch mit seinen gut 270 Seiten gut unterhalten und besonders zum Schluss so sehr gefesselt, das ich nicht mehr aufhören wollte zu lesen.

Durch den häufigen Perspektivenwechsel nährt man sich dem Finale quasie von mehreren Seiten und lernt die einzelnen Charaktere kennen.

Mir hätte an der ein oder anderen Stelle ein wenig mehr Tiefe -vor allem was die psychologische Seite des Täters angeht- gut gefallen. Das hätte dem Mittelteil und der leicht abflauenden Spannung noch mal einen Schubs gegeben und wäre somit noch einen Tick mehr in die Richtung Psychothriller gerutscht. So bleibt es für mich ein guter Krimi, der mich unterhalten, aber nicht vollkommen überzeugen konnte.



Wer einen guten, nicht zu blutigen Krimi sucht, der sich durch detaillierte und authentische Ermittlungsarbeit hervorhebt und einem ein paar Stunden guter Unterhaltung bietet, sollte hier einen Blick riskieren


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