Montag, Oktober 17

[Rezension] Roter Mond von Benjamin Percy



Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag
Taschenbuch, Broschur 640 Seiten
ISBN: 978-3-7341-0063-5
Erschienen: 18.04.2016



Sie leben unter uns. Sie verwandeln sich. Sie kämpfen gegen ihre Unterdrücker – uns!
Patrick Gamble überlebt als Einziger einen terroristischen Anschlag auf ein Linienflugzeug. Er wird als Held gefeiert, während landesweit in einer wahren Hexenjagd Verdächtige verfolgt werden. Als Regierungsbeamte Claire Forresters Haustür eintreten und ihre Eltern ohne zu zögern erschießen, ist ihr klar, dass sie selbst zur Zielscheibe geworden ist. Claire kann gerade noch fliehen, aber sie weiß: Ihr Volk, das durch Gesetze, Gewalt und Drogen in Schach gehalten werden soll, gilt als dunkle Bedrohung. Doch die Nacht des Roten Mondes rückt näher, in der die Welt für immer ihr Antlitz verändern wird – und die Schlacht gegen die Menschen beginnt …


Autor
Benjamin Percy wuchs im tiefsten Oregon auf. Vor seinem Romandebüt „Wölfe der Nacht“ schrieb er zwei hochgelobte Erzählbände. Er lehrt Creative Writing an der Iowa State University.
>>HIER<< kommt ihr direkt zur Internetseite des Autors.



Ganz simpel mit dem roten Mond auf schwarzem Grund kommt das Cover daher. Da ich grade auf der Suche nach einem Sci-Fi-Buch war konnte es meine Aufmerksamkeit gut auf sich ziehen und mit dem Klappentext hat mich „Roter Mond“ dann doch neugierig gemacht, obwohl es nicht in dem Genre spielt, nachdem ich Ausschau gehalten habe.


Das Benjamin Percy schreiben kann, merkt man gleich zu Anfang. Spielend leicht, ohne durch den Schlagabtausch dramatischer Ereignisse gehetzt zu werden, kommt man in die Geschichte, die mehr in sich birgt, als ich zu Beginn gedacht hätte.
Grob gegliedert ist „Roter Mond“ in drei Teile. Im ersten lernt der Leser sowohl die Protagonisten als auch die Rahmenbedingungen der Geschichte kennen. Man bekommt einen soliden Eindruck von der vorherrschenden Stimmung und den Charakteren, auf die ich mich dank der gelungenen Erzählweise gut einlassen konnte.
Zum einen lernt man Patrick kennen. Ein junger Mann, der einen grausamen Anschlag der Lykaner überlebt hat. Trotz dieses Erlebnisses verteufelt er nicht jeden von ihnen, was ihn bei der Wahl seiner Freunde in große Gewissenskonflikte bringt. Grade diese Konflikte mit sich selbst machen Patrick sehr menschlich und nahbar. Man kann mit ihm fühlen und kann seine innere Zerrissenheit manchmal richtig spühren.
Claire ist eine junge Lykanerin. Sie fühlt sich mit ihrem zweiten Ich nicht wohl und verwandelt sich nicht gerne. Es fällt sehr leicht sie zu mögen, da sie sehr sympathisch wirkt und sehr mit sich selbst kämpft.
Als dritten wichtigen Charakter findet sich Chase in die Geschichte ein. Er bildet den politischen Strang der Handlung, zu der man mit Patrick und Claire eine umfassende Beleuchtung der Situation bekommt.
Besonders den dritten Part, also der Erzählstrang von Chase, birgt in meinen Augen eine tolle Erweiterung zu vielen Büchern, die ich sonst über Lykaner und Menschen gelesen habe. Politsche Aspekte sind nicht immer leicht nachzuvollziehen aber sie bringen besonders in so einer Geschichte eine ganz eigene Dynamik und Sicht auf die Dinge mit. Schnell bekommt der Rassismus-Charakter einen Platz in der Story und der Fokus ist nicht mehr auf einem einzelnen Schicksal gesetzt sondern betrifft die ganze Bevölkerung.

Mir haben die unterschiedlichen Charaktere und die verschiedenen Blickwinkel sehr gut gefallen. Sie machen eine Geschichte, die man so oder ähnlich schon mal gelesen hat zu einem ganz neuen Leseerlebnis und bringen viele neue Aspekte in ein bekanntes Terrain.
Dies merkt man auch in den folgenden zwei Teilen dieses Buches, in dem sich der Kampf beider Rassen langsam aufbaut und ein Krieg entfacht. Es gibt nicht nur die Gewinner oder die Verlierer. Man sieht beide Seiten, die ihre Opfer zu beklagen haben und fühlt mit jeder Seite mit.

Die wenigen Längen, die sich in dem Buch eingeschlichen haben sind in meinen Augen ein kleines Manko. Da diese aber weder überwiegen, noch von der Grundgeschichte ablenken war dies für mich zu verschmerzen und hat mir persönlich den Lesespaß nicht verdorben.



Auf fast 640 Seiten hat Percy eine Geschichte geschrieben, die gut durchdacht und von unterschiedlichen Seiten beleuchtet wurde. Diese zu erkunden fand ich durchaus spannend und zusammen mit den authentischen Charakteren hat mich „Roter Mond“ bis auf Kleinigkeiten gut von sich überzeugen können.  


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