Sonntag, September 4

[Rezension] Katharina, Marie und ihre vier Männer von Tine Ratig und Hannah Wilhelm



Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
Erscheinungstermin: 15. August 2016
ISBN-10: 3442484146
>>HIER<< könnt ihr euch die Leseprobe zum Buch durchlesen


Katharina und Marie, beide Anfang 30, sind seit Ewigkeiten beste Freudinnen, wenn sie auch mittlerweile in entgegengesetzten Ecken des Landes wohnen. Also schreiben sie sich. Briefe, SMS und vor allem Mails, und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit. Denn obwohl sie eigentlich glücklich verheiratet sind, bleibt der große Zweifel: War’s das jetzt schon? Ist das wirklich der Mann für den Rest des Lebens? Dann passiert allen beiden der Beziehungs-GAU: Sie verlieben sich fremd, Katharina in Karsten und Marie in Tom. Und in ihrem Leben bricht das Chaos aus: bleiben oder gehen? Die kleine, wohlvertraute Alltagsödnis – oder der große Sprung in einen ungewissenen Traum?

Autor
Tine Ratig, 32, war auf der Deutschen Journalistenschule in München und hat an der LMU Diplom-Journalistik und Biologie studiert. Sie arbeitet als Redakteurin und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden kleinen Töchtern in München.

Hannah Wilhelm, 36, arbeitet als Redakteurin bei der Süddeutschen Zeitung in München und lebt mit zwei eigenen und zwei geliehenen Söhnen im Voralpenland. Sie hat die Deutsche Journalistenschule in München besucht, an der LMU Diplom-Journalistik studiert und in Kommunikationswissenschaften promoviert.


Das Cover hat auf mich keinen großen Anziehungspunkt. Es ist schön, sagt aber leider nicht so viel über den Inhalt aus, wie ich finde. Hingegen ist die Haptik besonders und das sagt mir sehr zu. Die Oberfläche ist gekreppt, fühlt sich ein wenig an wie feines Wellpapier und sticht so aus der Menge der Bücher hervor.

Ich habe mir noch nie eine fremde E-Mail-Unterhaltung durchgelesen, aber jetzt bekomme ich einen Eindruck davon, wie das sein muss.
Den Gedanken daran, ein Buch in der Form eines elektronischen Briefwechsels zu lesen fand ich wirklich spannend. Das war mal was neues, was ich bis dato nicht kannte.
Um ehrlich zu sein ist mir der Einstieg aber schwerer gefallen, als ich dachte. Es gab viele Personen, die es einzuordnen galt und der relativ schnelle Perspektivenwechsel der beiden Freundinnen hat es mir nicht leichter gemacht.
Aber einmal in der Geschichte angekommen und zurechtgefunden ist es ein Buch, das sich wie von selbst liest.

Schnell kann man die Freundinnen auch anhand ihrer Wortwahl auseinander halten, der Unterschied in der Schreibweise der beiden ist gravierend. Und obwohl sie sich meiner moralischen Meinung nach nicht mit Ruhm bekleckern wirkt Katharina auf mich ein wenig sympathischer. Sie hat nicht dieses wehleidige und manchmal zu überstochene in ihren Worten was mir bei Marie negativ auffällt.
Bis auf diese Kleinigkeit finde ich die Beziehung zwischen den Frauen gut gelungen. Sie sind ehrlich zueinander und zeigen sich auch Grenzen auf, werden zunehmend deutlicher, wenn es um bestimmte Dinge geht und nehmen kein Blatt vor den Mund.
Sie wirken in ihrem Gespräch recht authentisch, da sie die Probleme immer von verschiedenen Seiten angehen um zu einer Lösung zu gelangen. Dabei dreht es sich zeitweise mehrfach um ein und die selbe Sache, was man aber aus Gesprächen mit der besten Freundin kennt.
Authentizität erfährt man auch im Schreibstil der Autorinnen. Natürlich könnte die Wortwahl ausgewählter sein, aber wer von uns 30-Jähriegen schreibt oder spricht schon so, wenn man mit der besten Freundin kommuniziert?

Aber kommen wir noch einmal zum moralischen Aspekt der Geschichte zurück: Marie und Katharina befinden sich in einer Art Lebenskrise. Sie wollen mehr vom Leben als das, was ihre Männer ihnen geben können. Doch anstatt mit ihnen zu reden, sich gegebenenfalls zu trennen, wenn es sie so unglücklich machen sie genau das Gegenteil. Sie verlieben sich in andere Männer, gehen fremd und obendrein machen sie ihre Männer dafür verantwortlich, weil diese nicht an der Krise leiden. Sprich, sie sind im großen und ganzen zufrieden mit ihrer Ehe.

So interessant ich das Buch auch fand, so verständnislos stehe ich dem Verhalten der Protagonisten entgegen.  


„Katharina, Marie und ihre vier Männer“ ist ein Buch, das die Neugierde im Menschen anspricht. Man möchte wissen, wie es weiter geht, auch wenn man, wie es bei mir der Fall war, das Verhalten der Frauen nicht nachvollziehen kann.  


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