Donnerstag, August 18

[Rezension] Heilige Kuh von David Duchovny



Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (11. Juli 2016)
ISBN-10: 3453419537

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Was haben Kühe, Popkultur und der Palästinakonflikt miteinander zu tun? Nun, sie sind alle Teil unserer heutigen Welt. Und in dieser Welt macht sich eine junge Kuh namens Elsie auf, etwas an ihrem Schicksal zu ändern. Gemeinsam mit einem zum Judentum konvertierten Schwein und dem wild plappernden Truthahn Tom begibt sie sich auf eine Abenteuerreise, in deren Verlauf der Leser viel Wahres über die Menschen erfährt. Eine saukuhle Fabel, geschrieben von einem saucoolen Autor.

Elsie ist eine junge Kuh, und eine glückliche dazu! Sie verbringt ihre langen, ereignislosen Tage mit Essen, Schlummern und Plaudereien mit ihrer besten Freundin Mallory. Doch eines Nachts schleichen sich Elsie und Mallory von ihrer Weide und müssen durch das Fenster des Bauernhofs mit ansehen, was der leuchtende Schachtelgott (so nennen sie den Fernseher) über »industrielle Mastbetriebe« offenbart. Elsies heile Welt ist in ihren Grundfesten erschüttert. Für sie gibt es nur eine Lösung: Sie muss in eine bessere, sichere Welt flüchten. Und so bildet sich ein kunterbuntes Trio, bestehend aus Elsie, Jerry – Verzeihung, Shalom –, einem thoralesenden Schwein, das vor Kurzem zum Judentum konvertiert ist, und Tom, einem (zumindest in seinen Augen) charmanten Truthahn, der nicht fliegen, dafür aber mit dem Schnabel ein iPhone bedienen kann. Die drei begeben sich auf eine abenteuerliche Reise, in der sie eine Menge über die Welt, in der wir leben, erfahren.

Autor
David Duchovny ist bekannt als Fernseh- und Kinodarsteller. Mit Akte X wurde er weltberühmt, derzeit läuft weiter die preisgekrönte TV-Serie Californication, in der er die Hauptrolle spielt. Duchovny hat vor seiner Zeit als Schauspieler in Princeton und Yale Literatur studiert. Er ist überzeugter Vegetarier und auch im Tierschutz aktiv.

Auf dem mattschwarzen Cover fällt der Blick zuerst auf die glänzend weiße Kuh, vermutlich Elsie, recht witzig gestaltet ist und mit allen Vieren von sich gestreckt eine ehr ungewöhnliche Pose für eine Kuh einnimmt. Wo ich am Anfang noch dachte „ah, hier wird auf witzig getrimmt“ passt diese ungewöhnliche Pose richtig gut zum Buch, aber dazu später mehr.
Auch im Buch verteilt findet man immer wieder Illustrationen vom Bauernhof, den Tieren oder den Situationen um die es grade geht.
Das Hardcover hat im Gegensatz zum Taschenbuch einen weißen Hintergrund. Rein optisch sagt mir das Taschenbuch mehr zu, schon weil die Kuh darauf mehr ins Auge springt.
Was sagt ihr? Welches Cover gefällt euch besser?

Ich habe viel von diesem Buch erwartet und wurde nicht enttäuscht, das kann ich schon einmal vorweg nehmen. David Duchovny habe ich zu Akte X-Zeiten das erste Mal wahrgenommen und finde ihn als Schauspieler grandios. Daher war ich umso gespannter auf das, was zwischen diesen Buchdeckeln zu finden ist.

Gefunden habe ich eine Geschichte, die je nach Leser entweder ein witziger Tier-Roadtrip oder ein Spiegel, den der Autor dem Menschen vorhält und ihn dazu veranlasst über das Leben und den Umgang mit seines gleichen und der Umwelt nachzudenken.
Witzig und mit viel Verstand schafft es Duchovny auf dem schmalen Grad zwischen „unterhaltend“ und „gesellschaftskritisierend“ zu wandeln. Eben genau die richtige Mischung aus Spaß und Ernst an den Tag zu legen, um beim Leser trotz all dem Witz und Charme der Lektüre, ein Bewusstsein für das soziale und ökologische Ungleichgewicht zu entfachen.



Elsie, Tom und Schalom gefallen mir als Charaktere im Großen und Ganzen. Besonders Elsie ist mir mit ihrer Art sehr sympathisch. Sie hat trotz ihrem schwarzen Humor eine gutmütige Seele und ist mit sich und ihrem Leben zufrieden – zumindest so lange, bis sie merkt, das die Menschen, die sich so gut um sie kümmern nicht nur gutes im Sinn haben.
So begeben sich die drei auf in ein Abenteuer um den Ort auf Erden zu finden, der für sie das perfekte Gegenstück zur drohenden Pfanne ist. Diese Reise ist turbulent, sie ist witzig und sie ist gespickt mit vielen Situationen an denen man nachdenkt und sich wünscht so mancher Mensch wäre ein wenig kuhler, den mit ihrer Denkweise trifft Elsie den Nagel bei vielen Situationen auf den Kopf.

Einzig die längeren Passagen, in denen Gespräche zwischen den Tieren dargestellt werden gefallen mir von der Art nicht so sehr. Sie sind ähnlich eines Skripts aufgebaut und strecken sich zum Teil über 2-3 Seiten. Da diese aber fix gelesen sind, nehmen sie keinen all zu präsenten Platz ein.


Heilige Kuh ist eine witzige, gesellschaftskritische Fabel, die vor allem durch ihre Charaktere lesenswert ist. Mich hat es zum nachdenken gebracht und mich dabei amüsiert, somit hat David Duchovny mich mit diesem kleinen aber feinen Büchlein wirklich überzeugt.  


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