Sonntag, August 7

[Rezension] Die Spur ins Schattenland von Jonathan Stroud



Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: cbj (11. Juli 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570225976
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 11 Jahren

Alle denken, Max wäre ertrunken. Nur seine beste Freundin Charlie glaubt das nicht. Schließlich war sie dabei, als er am Mühlsee ins Wasser sprang. Sie allein weiß, was genau dort passiert ist. Unheimliche Wesen haben ihn in eine andere Welt entführt! Aber Charlie kann Max in ihren Träumen sehen und sie ist überzeugt, sie muss nur seinen Spuren folgen, um ihn nach Hause zu holen. Und so folgt Charlie ihnen, selbst über die Grenzen dieser Welt hinaus – ins Schattenland ...

Autor
Jonathan Stroud wurde in Bedford geboren. Er arbeitete zunächst als Lektor. Nachdem er seine ersten eigenen Kinderbücher veröffentlicht hatte, beschloss er, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er wohnt mit seiner Frau Gina und den gemeinsamen Kindern Isabelle, Arthur und Louis in der Nähe von London.

Berühmt wurde er durch seine weltweite Bestseller-Tetralogie um den scharfzüngigen Dschinn Bartimäus, dessen Abenteuer in »Das Amulett von Samarkand«, »Das Auge des Golem«, »Die Pforte des Magiers« und »Der Ring des Salomo« erzählt werden.



Das im hübschen eisblau gehaltene Cover spiegelt den Inhalt des Klappentextes sehr schön wider. Ein Mädchen im roten Kleid ist am Wasser und sammelt bzw. sucht etwas, über ihr Äste der Bäume, in denen Vögel sitzen.
Besonders der obere Teil ist sehr prägnant im Buch vertreten. Am Anfang eines jeden Kapitels wird diese Grafik aufgegriffen und rahmt den Kapitelanfang ein. Was auf dem Cover noch recht freundlich wirkt, bekommt im Buch durch den schwarzen Druck ohne leuchtend blauen Hintergrund einen düsteren Charakter, was sich in meinem Fall auch auf die Lesestimmung und die Erwartung an das Buch ausgewirkt hat.

Beim Anblick des Covers und des Klappentextes habe ich eine Fantasygeschichte erwartet, gespickt mit einer Portion Witz und dem Charme, den Stroud einfach versteht weiterzugeben.
Ich habe zwischen diesen Buchdeckeln zwar nicht gefunden, was ich zu finden gehofft hatte, bin aber keineswegs enttäuscht darüber.

Deutlich düsterer als ich es für ein Buch welches 11 jähriegen Kindern empfohlen wird erwartet hätte begleiten wir Charlie auf der Suche nach Max. Da sie ihren Freund in ihren Träumen sehen kann, versucht sie auch auf dieser Ebene mit ihm in Kontakt zu treten und ihn zurück nach Hause zu holen.

Die Charaktere sind überzeugend, ihre Trauer und Verzweiflung fast greifbar und die Handlungen, besonders von Charlie sind nachvollziehbar und sehr emotional aufgearbeitet. Selbst ich musste an einigen Stellen die ein oder andere Träne verdrücken, obwohl ich der Altersempfehlung schon viele Jahre entwachsen bin. Ein Grund dafür war auf jeden Fall der starke Bezug zur Realität, der die ganze Geschichte wesentlich nahbarer macht als es das Thema auf Fantasyebene geschafft hätte

Wie schon erwähnt dreht sich in „Die Spur ins Schattenland“ vieles um Trauer, Trauma und Tod.
Und hier muss ich noch einmal auf das empfohlene Lesealter zurück kommen. Für ein Kind, das sich kürzlich mit solchen Themen auseinandersetzen musste könnte dieses Buch -auch aufgrund des starken Bezuges zur Realität- emotional zu viel sein. Um da auf Nummer sicher zu gehen würde ich persönlich ein Lesealter von 13 Jahren empfehlen. Wobei ich nicht ausschließen will, das es sicher auch Kinder mit 11 Jahren gibt, die diesem Buch gewachsen sind.

Da Sterben und damit verbundene Themen nie nur eine einzelne Person betreffen sondern auch eine große Rolle im Leben der Familien der Trauernden spielen ist Stroud der Balance zwischen den Empfindungen von Charlie und ihrer Familie sehr gerecht geworden und beleuchtet so durch den stetigen Perspektivenwechsel zwischen Charlie und ihrem Bruder Jason sowohl die Gefühle des trauernden Mädchens als auch die des Bruders, der sich um seine Schwester sorgt, die sich immer mehr zu distanzieren scheint.
Auch die Eltern handeln menschlich. Vielleicht nicht immer mit den richtigen Mitteln aber sehr authentisch, da sie nach jedem Strohhalm greifen um ihrer Tochter aus der Trauer zu helfen.

Bei allem, was an „Die Spur ins Schattenland“ anders war als erwartet gibt es doch etwas, das sich wie erhofft finden lässt:
Strouds grandiose Fähigkeit eine Geschichte aufzugreifen und sie emotional und packend zu erzählen. Wie schon bei anderen Büchern von Jonathan Stroud war der Schreibstil bildgewaltig und mitreißend. Wer vielleicht schon die Bartimäus-Reihe gelesen hat, weiß bestimmt, was ich meine.

Wie immer habe ich euch mal die Leseprobe rausgesucht, falls ihr neugierig geworden seid.


Zum Ende hin fehlen mir zwar ein paar Antworten, um die Geschichte wirklich zu einem perfekten Lesevergnügen zu machen und lässt man die Altersempfehlung und den erwarteten Fantasy-Charakter einmal außen vor hat der Autor hier ganze Arbeit geleistet.

Daher kommt auch die Bewertung, die ich für „Die Spur ins Schattenland“ habe:

Als Empfehlung für ein 11 jährieges Kind gebe ich 3 Sterne, da ich glaube viele Kinder sind noch nicht reif genug für eine solch emotionale Geschichte.


Ab 13 würde ich solide 4 Sterne geben, da das Buch Trauer von verschiedenen Seiten beleuchtet und es gute Lesestunden bereitet.  





Kommentare:

  1. Guten Morgen!

    Ich kann mich jetzt leider nicht mehr so genau erinnern, denn es ist schon eine Weile her, seit ich das Buch gelesen hab, deswegen weiß ich nicht, für welches Alter das besser wäre. Aber ich denke, da kann ich dir auf jeden Fall Recht geben, denn schon für mich als Erwachsene war das ziemlich strange :D Aber ich fands trotzdem sehr gut!

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Huhu,

      ja, gut war es auf jeden Fall, das stimmt. Auf Altersangaben sollte man sowieso nur bedingt achten. Manche Kinder sind mit 11 reifer und weitsichtiger als andere mit 15 Jahren. Letztendlich ist und bleibt es doch eine individuelle Entscheidung.

      Ganz liebe Grüße
      Steffi

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  2. Hallo,
    ich habe gerade deinen Blog durch Zufall entdeckt und wow er ist soo schön. Ich bleibe sehr gern als Leserin da :)
    Das Cover des Buches sieht ja total schön aus und ich glaube nach deiner Rezension muss ich dieses Buch einfach lesen.
    Ich würde mich über einen Gegenbesuch sehr freuen.
    Liebe Grüße
    Eli von http://elisbuecherecke.blogspot.de/

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    1. Hallo Eli,
      vielen Dank für dein liebes Kommentar :-) Es freut mich wirklich sehr das du als Leserin geblieben bist.
      Bin schon gespannt auf deine Meinung zum Buch, wenn du es gelesen hast.

      Liebe Grüße
      Steffi

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