Montag, August 29

[Rezension] Die Kunst, Elch-Urin frisch zu halten von Rochus Hahn



Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
Erscheinungstermin: 15. August 2016
ISBN-10: 3442484499

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Tim und Bullwinkel haben einfach kein Glück bei Frauen – und sie hatten noch niemals Sex. Auf einer Party begegnen sie zwei Stewardessen, die sich für exotische Drogen interessieren. Und für Männer, die den Stoff anbieten. Die beste Droge der Welt, so finden die Jungmänner heraus, ist Urin von einem Elch, der psychogene Pilze gefressen hat. In der Hoffnung, mittels dieses Zaubersaftes endlich zum ersehnten Sex zu kommen, fliegen Tim und Bullwinkel nach Finnland, um auf eine Elchjagd der besonderen Art zu gehen. Aber wie so vieles im Leben der beiden verläuft nichts wie geplant ...

Autor
Rochus Hahn ist 54 Jahre alt. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Frankfurt / Main. Seit über dreißig Jahren arbeitet er als Drehbuchautor. Seine bekanntesten Arbeiten sind "Das Wunder von Bern", "Sketchup", "Der Geschmack von Apfelkernen", „Tatort" und "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken". „Die Kunst, Elch-Urin frisch zu halten“ ist sein erster Roman.


Von der Farbgestaltung her haut mich das Cover nicht vom Hocker, denn das Beige-Braun sorgte nicht dafür, meine Aufmerksamkeit zu erhaschen. Was ich allerdings witzig gelöst finde – und was mein Interesse geweckt hat – war der Elch, der zur Hälfte in einem Eiswürfel steckt. Zusammen mit dem Titel des Buches, der auch alles andere als gewöhnlich ist, kann es mich zwar nicht begeistern, aber meine Neugierde wecken. Und das ist es doch, was einen dazu verleitet herausfinden zu wollen, worum es in dem Buch geht.

Mein erster Gedanke beim lesen des Klappentextes war bei den „American Pie“-Filmen. Die ganze Art erinnerte mich stark an den vorherrschenden Humor in den Filmen und da ich momentan gerne etwas humorvolles lese, sprach mich dieser Titel schnell an.

Die Geschichte selbst dreht sich um das Sexualleben oder besser gesagt die Gedanken an jenes der beiden Protagonisten Tim und Bullwinkel. Beide sind jung, noch ohne Erfahrung bei Frauen und dementsprechend kreist ihre Gedankenwelt um Sex.

Direkt zu Beginn lernt man Tim kennen, wie er über die Mutter eines Schulfreundes nachdenkt und kann sich so schon auf den ersten Seiten einen Einblick machen, was für Lesestunden man erwarten darf.
Allgemein geben Tim und Bullwinkel im Laufe des Buches sehr viel von ihrer Sicht auf die Dinge preis und scheuen vor nahezu keinem noch so verrückten Thema zurück. Derb und ungeschönt werden hier Sexualpraktiken, behinderte Tiere und anderes Abgedrehtes beleuchtet, was meine Lachmuskeln das ein oder andere Mal schon sehr strapaziert hat.

Meinen Geschmack hat „Die Kunst Elch-Urin frisch zu halten“ getroffen, denn ich mag zwischendurch diesen flachen Humor, den auch American Pie oder Harte Jungs mitbringen, obschon ich glaube, das man hier und da mit kleinen Justierungen in Richtung Ernsthaftigkeit noch eine größere Lesergruppe hätte ansprechen können.


Natürlich ist absehbar, das die Suche zweier Jungs nach der Möglichkeit das erste Mal zu erleben keinen ausgereiften, vielschichtigen Humor hervorbringt, sondern viel mehr hormongesteuert und relativ flach ist. Aber meiner Meinung nach braucht es das auch nicht zwingend um ein lustiges, gutes Buch zu schreiben. Die Frage ist viel ehr was für einen Humor der Leser hat, denn „witzig sein“ ist keine Einstellung, es ist Geschmackssache!


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