Dienstag, Juli 19

[Rezension] Wohin meine Flossen mich tragen von Kate Gordon




Broschiert: 256 Seiten
Verlag: cbt (21. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570163989
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren



Manchmal muss man einfach gegen den Strom schwimmen!
Clementine Darcy ist 15, ein bisschen verrückt (im positiven Sinne), gehört nicht zu den coolen Kids (auch im positiven Sinne), sie steht zu ihrer Kleidergröße (44) und sie würde am liebsten alle um sich herum glücklich sehen. Leider löst sich ihre Clique auf, ihre perfekte Schwester hat Probleme, ihr großer Bruder leidet unter Depressionen, und die ganze Familie droht, daran zu zerbrechen. Clementine lässt sich nicht einschüchtern und versucht zu helfen, wo sie helfen kann – bis sie einsehen muss, dass jeder für sein eigenes Glück selbst verantwortlich ist und dass sie anderen auf den Weg helfen, sie aber nicht ans Ziel bringen kann … Sich selbst dagegen schon!


Die Autorin
Zusammen mit ihrer Tochter und ihrem Mann bewohnt Kate Gordon ein mintgrünes Cottage in Hobart. Die Familie wird durch Mephy Danger Gordon, einer Katze komplettiert.
Ihr Leben füllt Kate mit Büchern und nutzt die Zeit in der sie nicht schreibt um mit ihrem Kind fantastische Abenteuer zu erleben. Eines Tages möchte sie am Meer in einem Cottage mit Hühnern und Ziegen leben.
2011 und 2012 gewann sie den Arts Tastmania Assistance to Individuals Preis, was es ihr ermöglicht mehr Zeit mit schreiben zu verbringen.
Ich bin zwar kein Cover-Käufer aber kann es nicht von der Hand weisen, das mich ein schönes Buch nicht jedes Mal dazu verleitet den Klappentext zu lesen. Das war auch hier der Fall.
Der Titel bildet einen Kreis, in dem sich ein Mädchen mit ausgestreckten Armen aus einem Auto lehnt. Ihr rotes, gelocktes Haar wird vom Fahrtwind aufgewirbelt und bildet einen hübschen Kontrast zu dem hellen, leicht überlichtet wirkendem Hintergrund.
Im Gesamten vermittelt dies ein Gefühl der Freiheit und Unbeschwertheit und erinnert ein wenig an Festivalfeeling.


Auf der Rückseite des Buches ist folgendes Zitat abgedruckt:

“Dieses Buch wird alle, die es lesen, 
zum Strahlen bringen.
Man kann gar nicht anders.“

und das kann ich voll und ganz unterschreiben, obwohl ich mir unter dem Klappentext in Zusammenhang mit dem Cover doch etwas anderes unter dem Inhalt vorgestellt hatte.

Aus der Sicht von Clementine erlebt der Leser die Gedankenwelt eines fünfzehn jähriegen Mädchens, denn diese schreibt ihr Erlebtes in Form von Briefen an ihre Lehrerin nieder. Ms Hiller ist dabei ein ständiger Bezugspunkt für den Teenager, an den sie Fragen stellt oder auf den sie eingeht.
Clementine ist dabei wie eine typische Jugendliche. Sie hat Selbstzweifel, fühlt sich auch mal nicht wohl in ihrer Haut, ist ratlos und unsicher. Sie ist daher besonders für Leser zwischen 12 und 15 ein gutes Zeichen dafür, das diese Gefühle und die Suche nach seinem Platz in der Welt völlig normal sind. Niemand wird erwachsen geboren und selbst wenn man es dann irgendwann ist, sind Gedanken wie die von Clem nichts, was einem fremd ist.

Genau das ist für mich der starke Faktor an „Wohin meine Flossen mich tragen“: Eine authentische Charakterdarstellung, eine glaubhafte Entwicklung der Protagonistin und ein Schreibstil der zum Hauptcharakter passt.
Ein weiterer Pluspunkt waren die alltäglichen Probleme, die sich auch in den Nebenhandlungen eingefunden haben, mit denen sich Clem beschäftigt hat. Sie denkt nicht nur über sich, sondern auch über die Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung nach, was sie sympathisch wirken lässt.

Der Schreibstil als solches ist sehr einfach gehalten. Man liest ja quasie das, was eine Jugendliche aufgeschrieben hat. Gedankensprünge, kurze Gedichte und eine Wortwahl, die für das Alter typisch ist machen das Buch sehr lebensnah.
Besonders durch die Gedichte bekommt man einen Eindruck, wie das Mädchen sich beim schreiben gefühlt hat und hat die Möglichkeit ihr nachzuempfinden.

„Wohin meine Flossen mich tragen“ ist ein herrlich authentisch geschriebenes Buch über und mit den Gedanken eines jugendlichen Mädchens, das sich und seinen Platz im Leben sucht.
Für mich war es ein Buch mit soliden 3,5 Sternen, weil es zwar empfehlenswert und sehr stimmig ist, ich mich aber nicht mehr so angesprochen fühle. Jüngeren Lesern, zwischen 12 und 16 wird es da sicher anders gehen und sie finden sich selber bestimmt an den ein oder anderen Stellen wider.

Neugierig geworden? Dann könnt ihr >>hier<< noch mehr über das Buch erfahren und euch eine Leseprobe durchlesen.



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