Montag, August 24

[Rezension] "Mein Leben davor" von Richard Mackenrodt

Wenn der Schmerz ein ständiger Begleiter ist


Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: Edition Takuba; Auflage: 1074 (1. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3981666755
ISBN-13: 978-3981666755


Was passiert mit einem jungen Menschen, den plötzlich unkontrollierbare Schmerzen heimsuchen? Wenn diese Schmerzen das Leben so sehr dominieren, das sie nur mit Sex und Drogen für einen Moment erträglich scheinen?
Der 15 jährige Alex Magnusson lebt genau dieses Leben, bis er letztlich seinem Drogenkonsum erliegt und in die Psychiatrie kommt. Hier beginnt er ein neues Leben: mit dem Schmerz und viel Sport.



Mit 260 Seiten gehört „Mein Leben davor“ zu den Büchern, die man schnell weglesen kann, auch der Schreibstil, der den Leser einfach mitreißt trägt dazu bei, sich hier ganz schnell zu verlieren und kaum zu merken, wie die Seiten dahinfliegen.
Besonders gefällt mir die Weiterentwicklung Alex´die man am Schreibstil bzw. der Wortwahl des Schriftstellers gut erkennen kann. Anfangs werden oft Schimpf- bzw. Fäkalworte eingebaut, die für einen Jugendlichen normal sind. Im Laufe des Buches verlieren sich diese allerdings, was den Alterungs- und Reifeprozess des Protagonisten deutlich erkennen lässt.


Ganz anders als bei der Länge des Buches ist es bei der eigentlichen Geschichte, die man nicht vergisst, sobald man das Buch beendet hat. Mit Alex durchlebt man viele Stationen seines Lebens, ist ganz nah dran, während er älter wird und fühlt die Hilflosigkeit an der er fast zu zerbrechen droht. Auch die Erzählperspektive der Ich-Form trägt dazu bei von Anfang an mitten im Geschehen zu sein. Der Schmerz, den der junge Mann empfindet ist allgegenwärtig und so realistisch, das man ihn fast selber spürt.


Die Charaktere -vor allem aber Alex selber- sind gut ausgearbeitet und in ihrem Handeln nachvollziehbar. Der Protagonist gehört ehr zu den Einzelgängern, hat wenige Freundschaften und nutzt Frauen als Mittel zum Zweck. Mir persönlich hat sich immer wieder die Frage aufgedrängt, in wie weit seine Krankheit ihn zu dem Menschen geformt haben. Wie wäre es Alex wohl ohne den Kopfschmerz ergangen?


Passend zum Inhalt kommt das im Edition Takuba erschienene Hardcover daher. In edeler Hochglanzoptik sieht man auf dem Schutzumschlag die Beine eines Läufers, dessen Hintergrund im Nebel zu verschwinden scheint. An seiner Seite fallen einige Rosenblätter. Ein wirklich zum Inhalt stimmiges Cover, wie mir beim Lesen immer bewusster wurde.



„Mein Leben davor“ ist eine wirkliche Leseempfehlung für jeden, der sich ein Buch mit starker Story sowie einem Protagonisten wünscht, der sich wirklich weiterentwickelt.

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