Samstag, September 23

[Rezension] Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr von Walter Moers

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Gebundene Ausgabe: 344 Seiten
Verlag: Albrecht Knaus Verlag
Erscheinungstermin: 28. August 2017
ISBN-10: 3813507858



Eine traumhafte Liebesgeschichte und eine Reise durch das menschliche Gehirn als rasantes zamonisches Abenteuer.

Prinzessin Dylia, die sich selbst „Prinzessin Insomnia“ nennt, ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von einem alptraumfarbenen Nachtmahr. Havarius Opal, wie sich der ebenso beängstigende wie sympathische Gnom vorstellt, kündigt an, die Prinzessin in den Wahnsinn treiben zu wollen. Vorher nimmt er die Prinzessin aber noch mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Welt des Denkens und Träumens, die für beide immer neue und überraschende Wendungen bereit hält, bis sie schließlich zum dunklen Herz der Nacht gelangen. Walter Moers erzählt dieses Märchen aus der zamonischen Spätromantik voller skurriler Charaktere mit der ihm eigenen Komik: spannend und anrührend zugleich.

Er ist der geistige Vater von „Käpt’n Blaubär“ und „Kleines Arschloch“. Walter Moers, 1957 in Mönchengladbach geboren, hat weder Kunst studiert noch eine grafische Ausbildung genossen. Dennoch gehört er seit 1985 zu den besten deutschen Comicautoren. 1994 erhielt er für das Konzept der TV-Sendung „Käpt’n Blaubärs Seemannsgarn“ den renommierten „Adolf-Grimme-Preis“. Im gleichen Jahr bemühte sich das Landesamt für Jugend und Soziales, eines der „Kleines-Arschloch“-Bücher auf den Index zu setzen. Ohne Erfolg. Mittlerweile hat sich der Zeichner mit Werken wie „Die Stadt der träumenden Bücher“ auch als Autor von Romanen und Erzählungen etabliert. Die Leser lieben seine Geschichten aus Zamonien, dem Kontinent der Fantasie – und des Humors, natürlich.



Auf dunklem, schuppenähnlichen Untergrund sieht man im unteren Teil ein kleines Fenster, in dem der Nachtmahr abgebildet ist. Die obere Hälfte des Bucheinbandes ist dem Titel vorbehalten, der auch nicht sonderlich einfallsreich gestaltet ist. Alles in allem ist das Cover auf mich nicht sehr ansprechend gestaltet, lediglich der Autorenname, der ganz oben abgedruckt ist hat mich gereizt.

Da ich Walter Moers schon von anderen Büchern kenne, waren meine Erwartungen an Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr schon relativ hoch.

In die Geschichte kann man sehr schnell einsteigen, weil die Gegebenheiten gut erklärt sind und auch die Wortwahl sehr einfach gehalten ist. Wortneuschöpfungen, die zu aberwitzigen Gedankengängen anregen und eine Welt, die wunderbar fantastisch ist laden auf ein tolles Buch ein.

Der positive Eindruck hielt sich allerdings nicht bis über das erste Drittel hinaus. Irgendwann erwartete ich einfach mehr, als eine dahinplätschernde Story, mit einer Prinzessin, die mir an der Stelle schon anfing auf die Nerven zu gehen. Seitenweise denkt sie sich neue Worte aus, die auch ebenso lange ausdiskutiert wurden. Auch bringen sie die Handlung selber nicht voran oder werten diese auf, so das ich sie irgendwann anfing zu überlesen.
Belanglosigkeiten haben die Überhand genommen und ich wollte das Buch einfach nur hinter mich bringen, was mir bisher noch bei keinem Moers-Buch passiert ist.
Was ich zu Anfang noch als witzig empfand langweilte mich also schon vor der Hälfte des Buches und nervte mich gegen Ende erheblich.

Was jedoch hübsch anzusehen war, waren die Illustrationen und bunt gestalteten Seiten aus der Hand von Lydia Rode. Dies hat mir dann von Seite zu Seite geholfen und alles optisch aufgewertet.

Wer inhaltlich einen typischen Moers-Roman aus Zamonien erwartet hat, wird hier leider enttäuscht werden, weshalb ich Fans dieses Buch nicht unbedingt ans Herz legen würde.


Donnerstag, September 21

[Rezension] Don´t you cry von Mary Kubica

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Broschiert: 384 Seiten
Verlag: HarperCollins
Erscheinungstermin: 12. Juni 2017
ISBN-10: 3959671059


Mitbewohnerin.
Freundin.
Mörderin?

Eines Nachts verschwindet die junge Studentin Esther Vaughan spurlos aus ihrem Appartement in Chicago. Ihre Mitbewohnerin Quinn findet nur einen mysteriösen Brief, der vor die Frage stellt, wie gut sie die vermeintlich brave Frau wirklich kennt. Als sie dann noch erfährt, dass schon längst per Anzeige nach einer Nachmieterin für ihr Zimmer gesucht wird, bekommt sie langsam Angst. Quinn beginnt zu recherchieren: Was ist eigentlich aus dem Mädchen geworden, das vorher mit Esther zusammengewohnt hat? Je mehr sie erfährt, desto mehr bringt Quinn sich in tödliche Gefahr.

New York Times- und USA Today-Bestsellerautorin Mary Kubica hat einen Bachelor of Arts an der Miami University in Oxford, Ohio, in Geschichte und Amerikanische Literatur. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern außerhalb von Chicago.



Für jemanden, der eigentlich keine Gesichter auf Covern mag, spricht mich dieses doch an. Auf schwarzem Hintergrund sieht man zwei Gesichtshälften. Eine mit braunem, die andere mit blauem Auge, die neben dem Autorennamen und Untertitel schon die einzigen Farbakzente bilden.

Weil der Klappentext einen sehr spannenden Thriller erwarten lies, habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Jedoch war schon der Anfang ehr behebig, so das ein „aufschlagen und wohlfühlen“ nicht direkt möglich war.
Der Schreibstil der Autorin hat es mir nicht leicht gemacht, mich auf die Geschichte zu konzentrieren. Er ist an vielen Stellen schon zu detailliert und zieht sich dadurch sehr in die Länge. Auch häufige Wortwiederholungen lassen den Text zäh wirken und mindert den Lesegenuss.

Die Protagonisten Alex und Quinn sind mir auch nach Beenden des Buches nicht sehr nah gekommen. Beide erzählen die Geschichte im Wechsel aus ihrer Perspektive, was an sich ein gutes Mittel ist eine Situation gut zu beleuchten, jedoch führt dies in „Don´t you cry“ zu erneuten Wiederholungen. Die Ich-Perspektive sorgt eigentlich auch dafür, das man als Leser viel von den Gefühlen und Gedanken des Protagonisten mitbekommt und sich in ihn hineinversetzen kann. Für mich blieben sowohl Alex als auch Quinn hier leider ehr blass und unsympathisch.

Erwartet hatte ich wie schon geschrieben einen packenden Thriller. Die Spannungskurve hob sich für mein Empfinden aber erst gegen Schluss etwas. Zuvor waren Momente, die eine gewisse Spannung innehalten könnten leider zu vorhersehbar.

Don´t you cry konnte mich leider nicht von sich überzeugen. Sowohl Schreibstil als auch der Aufbau der Spannungskurve hat mich als Leser nicht packen können. Dennoch mag ich die Grundstory und bin mir sicher Leser mit einem anderen Lesegeschmack können hier durchaus Lesegenuss finden.

Wenn du dir unsicher bist, schau doch einfach mal in die Leseprobe rein.




Samstag, September 16

[Rezension] Apollo von Rick Riordan

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Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Carlsen
Erscheinungstermin: 31. August 2017
ISBN-10: 3551556881



Der Gott Apollo stürzt vom Himmel direkt in ein paar Mülltonnen – er ist bei Zeus in Ungnade gefallen und wurde zur Strafe seiner Unsterblichkeit beraubt! Prompt wird er auch noch überfallen, doch zum Glück springt ihm Meg zur Seite – frech, kampflustig, höchstens zwölf und zweifelsfrei eine Halbgöttin. Zusammen machen sie sich auf nach Camp Half-Blood, doch dort lauern weitere Gefahren. Und noch dazu funktioniert das Orakel von Delphi nicht mehr, denn es ist immer noch von Apollos altem Feind Python besetzt …

Fünfzehn Jahre lang hat Rick Riordan (geboren 1964 in San Antonio, Texas) Englisch und Geschichte an verschiedenen Schulen in der San Francisco Bay Area sowie in Texas gelehrt. 2002 erhielt er den „Master Teacher Award“. Dann begann er mit dem Schreiben, und gleich sein erster Roman gewann drei nationale Preise im Genre Mystery. Inzwischen hat Rick Riordan die Fantasyreihe um den jungen Helden „Percy Jackson“ ins Leben gerufen, die auf Stoffen der griechischen Mythologie basiert. Den Schuldienst hat der erfolgreiche Autor mittlerweile quittiert und widmet sich nur noch der Entwicklung seiner Geschichten.



Ein brennender Junge, der in einer dunklen Gasse Richtung Boden fällt. Das Cover zu Apollo zeigt den Anfang der Geschichte, in dem der Gott Apollo in Gestalt eines Teenagers auf die Erde verbannt wird. Im gleichen Stil wie man schon die Percy Jackson Bücher kennt, hat der Carlsen Verlag auch dieses Cover gestaltet. Wirklich toll gelungen und es läd absolut zum lesen ein.

Diesem Buch habe ich regelrecht entgegen gefiebert. Die griechische Mythologie interessiert mich sehr und diese wurde schon in den Percy-Jackson-Büchern interessant in Szene gesetzt. Das der Autor jetzt eine neue Reihe veröffentlicht hat mich also sehr gefreut.

In Apollo geht es um den göttlichen Bruder von Artemis, der in menschlicher Gestalt auf die Erde verbannt wird und dort ohne seine Kräfte klar kommen muss.
Zufrieden ist er mit diesem Zustand natürlich nicht und mäkelt demnach auch viel an sich und seiner Situation herum. Ein Mensch zu sein ist seiner Meinung nach schon schlimm genug und dann ist er auch noch dicklich, hat Akne und einen lächerlichen Namen.
Apollo wirkt also auf den ersten Blick hochnäsig und nicht unbedingt sympathisch. Was ihn aber ausmacht ist sein ungewollter Humor und eben genau diese Art macht ihn doch interessant.

Ihm zur Seite steht Meg, die junge Halbgöttin, die mir in ihrem Auftreten gut gefallen hat. Sie ist taff und lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen. Gut finde ich, das sie Apollo zum Beispiel bei seinen Selbstzweifeln Kontra gibt. Er fühlt sich hässlich und dick und sie zeigt ihm, das er ganz normal ist. Wobei „normal sein“ auch nicht der Wunschvorstellung des schnöseligen Gottes entspricht, für das Buch finde ich die Message aber sehr gut. Da Meg besonders zum Ende eine Seite von sich zeigt, die schade ist, würde ich sie nicht zur Freundin haben wollen. Dennoch finde ich man merkt auch an ihr wieder wie großartig Rick Riordan Charaktere zeichnen kann. Sie haben Dimension, sind nicht komplett gut oder schlecht und gewinnen dadurch an Authentizität .

Was ich auch an den anderen Büchern dieses Autors sehr erfrischend fand, war der Schreibstil. Er hat Tempo, geht voran und zeichnet sich durch scharfe Szenenschnitte aus, was mir persönlich beim Lesen einfach Spaß macht und das Buch unglaublich leicht lesen lässt.
Die Handlung hat Wendungen, die überraschend waren und mit denen man mitfiebern konnte.

Da „Die Abenteuer des Apollo“ nach den Percy-Büchern spielt und im selben Universum angesiedelt sind gibt es viele Berührungspunkte mit diesen Geschichten, die teilweise recht deutlich zu erkennen sind. Für Fans ist dies ein tolles Gimmik, was allerdings für Leser, welche die Bücher noch nicht kennen vielleicht schwierig sein könnte. Da es das Verständnis der Handlung jedoch nicht beeinflusst, ob man Vorkenntnisse hat glaube ich die Neugier auf die Vorgeschichten wird ehr entfacht, als das man genervt ist.

Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band der Reihe und werde ihn sicherlich genauso schnell anfangen zu lesen wie „Die Abenteuer des Apollo“. Ein spannender Plot, wunderbare Charaktere und wiederkehrende Gedanken an die Percy-Bücher wurden mit ansprechendem Schreibstil und toller Gesamtstimmung verpackt. Geniales Gesamtpaket.


Donnerstag, September 14

[Rezension] Grandhotel Angst von Emma Garnier

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Broschiert: 320 Seiten
Verlag: Penguin Verlag
Erscheinungstermin: 14. August 2017
ISBN-10: 3328100881


Italien, März 1899. Die junge Nell reist mit ihrem Mann Oliver an die ligurische Küste, um in Bordighera ihre Flitterwochen zu verbringen. Das Paar logiert im luxuriösen Grandhotel Angst. Nell ist von dem großartigen Gebäude, dem exotischen Hotelpark und dem Blick aufs funkelnde Meer fasziniert. Doch zu ihrer Überraschung kennt Oliver nicht nur bereits das Personal und einige Gäste, sie scheinen auch Geheimnisse zu teilen. Als ein Hotelgast überraschend verstirbt, beginnt Nell, nachzuforschen. Und stößt auf eine Geschichte von Schuld und Verrat – und auf eine unheimliche Legende, die sie in ihren Bann zieht. Bis sie plötzlich selbst im Verdacht steht, ein Verbrechen begangen zu haben.
Emma Garnier ist das Pseudonym einer Autorin, deren atmosphärische Krimis regelmäßig in den Top 10 der Bestsellerliste stehen. Vor Jahren stieß Emma Garnier während einer Italienreise auf ein verlassenes Hotel in Bordighera, an der ligurischen Küste. Sie begann zu recherchieren und war von der Geschichte so fasziniert, dass sie beschloss, eines Tages einen Roman darüber zu schreiben. Mit "Grandhotel Angst" erfüllt sie sich diesen Traum.



Die Gestaltung des Buches gefällt mir sehr. Man schaut durch ein hübsches Metaltor, dessen Verzierungen den Buchtitel halten. Wirklich eine tolle Lösung. Hinter dem Tor sieht man das Meer und bekommt richtig Lust das Tor zu öffnen und ins Grandhotel Angst einzutreten.

Mich faszinieren Geschichten um alte Hotels aus der Zeit um 1900 und so war schnell klar, das dieses Buch bei mir einziehen würde.
Alles dreht sich um das Hotel Angst, das tatsächlich existiert und nach seinem Erbauer Adolf Angst benannt wurde. Schon damals wurde mit dem Namen für Aufsehen gesorgt und einige Jahre zählten viele bekannte Größen zu seinen Gästen, denen es alle Annehmlichkeiten der damaligen Zeit bot.
Sogar Queen Victoria kündigte ihren Besuch an, zu dem es aber nie kam.
Seinen Glanz verlohr das Hotel, als es im ersten Weltkrieg als Lazarett diente, denn auch wenn es danach seinen Hoteldienst wieder aufgenommen hat, blieben die wohlhabenden Gäste aus.

Angesprochen von seiner Vergangenheit schrieb Emma Garnier Grandhotel Angst, in dem es um Nell geht, die mit ihrem frisch angetrauten im Hotel flittert.
Schon kurz nach der Ankunft geschehen Dinge, die dem Aufenthalt einen mystischen Charakter verleihen und Nell an ihrem Mann zweifeln lassen. Hat sie vielleicht zu sehr durch die rosa-rote Brille geschaut und jemanden geheiratet, den sie nicht richtig kannte?

Die Geschichte ist eine Mischung aus Romanze und Krimi mit einer Priese Paranormalem, was mir in der Kulisse des Hotels um 1900 herum sehr gut gefallen hat. Auch der Schreibstil der Autorin schafft es diesen Eindruck zu erhalten und durch ihre teilweise altmodisch anmutende Art noch zu verstärken.

Ein gespaltenes Verhältnis habe ich hingegen zur Protagonistin. Sie wirkt an einigen Stellen doch sehr zerbrechlich und weinerlich, was zwar unter den gegebenen Umständen glaubhaft ist, mir hier und da aber doch einen Tick zu viel war.

Auch die Spannung bündelt sich erst Richtung letztem Drittel des Buches, schaffte es dort aber mich richtig zu fesseln. Die ersten zwei Drittel überwiegt mehr der atmosphärische Part, der mir aber auch gut gefallen hat.

Grandhotel Angst ist ein Buch, das ich so nicht komplett in ein Genre einordnen würde und niemandem mit starrer Genreauswahl bei seinen Büchern komplett empfehlen würde. Wer aber ein Interesse an alten Gebäuden mit Flair und Geschichte hat und gerne einmal in diese eintauchen würde, dazu einen Hauch Paranormalität sucht, der sollte sich Grandhotel Angst einmal genauer anschauen.

Für Liebhaber atmosphärischer, alter Gebäude bringt Emma Garnier die Stimmung der Zeit auf den Punkt.


Dienstag, September 12

[Rezension] Butterbrot und Liebe von Susanne Friedrich

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Taschenbuch: 296 Seiten
Verlag: tredition
Erscheinungstermin: 11. Juli 2017
ISBN-10: 3743941880



Hannah geht ganz in ihrer Marketingkarriere auf. Als sie den Butterbrot-Gastronom und Frontalduzer Christoph nach einer kurzen Affäre abserviert, denkt sie noch immer alles unter Kontrolle zu haben. Womit sie nicht gerechnet hat: Christoph glaubt an das große Liebesglück. Doch um Hannahs verschlossenes Herz zu knacken, reichen Träume allein nicht. Kurz entschlossen springen Christoph alle zur Seite: seine resolute Mutter Ulli, sein bester Freund Attila, seine herzensgute Kollegin Ellie und sogar Hannahs Vater Albers, der selbst ein wenig Glück verdient hat.

Genieße die kleinen Dinge des Lebens – sie machen das Leben großartig. Der Leitspruch von Susanne Friedrich.
1965 wurde sie als Kind deutscher Eltern in Indien geboren. Weitere Lebensstationen in Singapur, London, Paris und Sankt Petersburg, Russland, folgten. Reisen prägten sie und schenkten ihr vier Sprachen, genau wie unzählige Eindrücke und Erinnerungen.
Gesammelt hat sie das Erlebte zu Beginn durch die Linse meiner Kamera. Bilder erzählen Geschichten. Später wechselte sie von der Linse zum Stift. Zeit, Geschichten zu erzählen - immer mit der nötigen Prise Humor und einem dicken Augenzwinkern.



Auf einheitlichem Blau sind sehr vereinfachte Gesichter dargestellt. Alle mit unterschiedlich farbigen Kreisen hinterlegt. Ebenso ist auch der Buchtitel hervorgehoben. Eine Blondine auf dem Cover hat eine Scheibe Brot mit einem Herzen in der Hand, was gut zum Titel passt.


Ich glaube der Klappentext fasst hier den Rahmen der Geschichte ziemlich gut zusammen. Hannah, ist Anfang vierzig und darf eine Marketing-Agentur ihr Eigen nennen. Die Berlinerin ist sich ihrer Position wohl bewusst und nutzt diese auch gezielt. So kommt es nicht selten vor, das ihre Mitarbeiter schwer schlucken müssen, wenn sie nicht exakt so handeln, wie Hannah es sich vorstellt. Das so eine Protagonistin nicht sonderlich warmherzig wirkt wundert da nicht. Leider ist ehr das Gegenteil der Fall: Sie macht einen sehr unsympathischen Eindruck und ich war von ihrem Verhalten oft ein wenig genervt.

Christoph bildet hier den zweiten, deutlich sympathischeren Part. Er eröffnet mit einem Freund „Butterbrot und Liebe“, und beliefert mit diesem Geschäft auch die Agentur von Hannah, in die er sich Hals über Kopf verliebt.

Recht schleppend nahm die Geschichte Fahrt auf und konnte mich nur in wenigen Momenten begeistern. Das Hin und Her zwischen den Hauptcharakteren sowie die Gründe hierfür wirkten auf mich zu konstruiert und manche Situation entlockte mir lediglich ein Kopfschütteln. Diese Achterbahnfahrt der Gefühle wünscht man sich von diesen älteren und eigentlich gesetzten Charakteren nicht mehr.

Da sich einige Längen eingeschlichen haben, fehlte der Platz um die einzelnen Personen näher zu beleuchten. Ein wenig mehr Input hätte mir hier gut gefallen, da so nicht nur die Haupt- und Nebenfiguren recht blass blieben sondern man auch nicht so stark mit ihnen fühlt.

Auch das Ende des Romans konnte mich nicht überzeugen. Es war sehr vorhersehbar und trotz des steinigen Weges bis dahin wirkte es sehr abrupt.

Der Schreibstil passt zu diesem Buch. Er ist einfach gehalten, so das man ihn fix weglesen kann. Kulinarisches wird allerdings ansprechend beschrieben und man bekommt an manchen Stellen sogar Lust selber etwas zu essen. Was mir auch gut gefallen hat war die Berliner-Art, die hier durchsickerte.

Auch wenn mich Butterbrot und Liebe nicht erreichen konnte, fand ich den Ansatz der Geschichte gut. Man hätte hier aus einer unterhaltsamen Idee mehr machen können.


Donnerstag, September 7

[Rezension] Drone von Bart-Jan Kazemier

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Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Penguin Verlag
Erscheinungstermin: 14. August 2017
ISBN-10: 3328101020



Ein ehemaliger Elitesoldat wird zum Staatsfeind. Eine Politikerin entscheidet über Leben und Tod. Eine gefährliches Spiel beginnt.
Als Eliot Koler eine verschlüsselte Nachricht erhält, ist alles wieder da – das afghanische Dorf, die Explosion, die vielen Toten. Die Informationen, über die seine ehemalige Kollegin Miriam Veltman verfügt, sind brisant. Und endlich hat Eliot die Chance, die Wahrheit über den Einsatz zu erfahren. Aber noch bevor er Miriam treffen kann, ist sie tot. Denn die beiden stehen längst im Visier des Geheimdienstes und einer mächtigen Gegnerin in den höchsten Rängen der Politik. Doch Miriam hat ihm eine letzte Spur hinterlassen. Sie führt zu einer IT-Expertin, die im Nahen Osten verschollen ist. Nur sie kann entschlüsseln, was damals wirklich geschah …

Bart-Jan Kazemier, geboren 1979 in Groningen, Niederlande, hat Angewandte Linguistik studiert und unterrichtet heute an internationalen Bildungseinrichtungen. Er hat mehrere Dokumentarfilme produziert, die auf internationalen Filmfestivals gezeigt wurden. „Drone“ ist sein erster Roman, der auf Deutsch erscheint.



Öde Landschaft vor sich, der Himmel zieht sich zu. Das ist, was sich der Mann auf dem Cover, der rücklings zu seinem Betrachter steht, ansieht. Große Lettern im oberen Teil zeigen den Buchtitel.
Insgesamt wirkt das Cover auf mich weniger wie ein Thriller und mehr wie eine Dystopie

Das Buch hat sich so spannend angehört, das ich es nach Erscheinen direkt lesen wollte. Emotionen, Verschwöhrung und Geheimnisse habe ich erwartet und so habe ich direkt angefangen zu lesen, als ich Drone in den Händen hielt.

Leider habe ich richtige Anlaufschwierigkeiten gehabt und das Buch schon nach dem zweiten Kapitel wieder beiseite gelegt.
Bei einem erneuten Versuch kam ich zwar besser in die Geschichte rein, wirklich fesseln konnte mich der Thriller aber nicht.

Zum einen lag es am Protagonisten, mit dem ich überhaupt nicht warm wurde. Es fehlte mir bei ihm an Emotionen, die ihn glaubhaft machen. Jeder andere in seiner Situation wäre schier ausgerastet, doch er bleibt ehr unterkühlt und dadurch für mich nicht authentisch.

Auch der Schreibstil konnte es für mich nicht retten. Es schlichen sich einige Längen ein, welche auch spannenden Passagen den Wind nahmen. Vielleicht hätte man hier mit einer geringeren Seitenanzahl einiges raffen und so mehr Dynamik entstehen lassen können.
Auch musste ich mehrfach Abschnitte erneut lesen, da sie bei mir zu Verwirrungen geführt haben, was auf die Länge des Buches ebenfalls nicht zwingend zum Lesegenuss beiträgt.

Drone konnte mich nicht von sich überzeugen, was ich bei der Grundidee des Thrillers sehr schade finde.